Andachten

Wie eine stillende Mutter…

„… sondern wir waren liebevoll in eurer Mitte, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt.“ (1. Thessalonicher 2,7)

Dieser Vers zeigt ein beeindruckendes Bild, wie sehr sich Paulus (und seine Mitarbeiter) um ihre Gemeinde gesorgt hat. Er war unter den Thessalonichern wie eine stillende Mutter, die ihr Kind pflegt.

Stellen wir uns einmal eine stillende Mutter vor – wir denken an all die endlosen schlaflosen Nächte und an die unzähligen Stunden, die sie damit verbringt, das Kind zu trösten und ihm liebevoll zuzusprechen, dass alles in Ordnung ist; wir denken an die vielen Sorgen, die sich die Mutter macht, wenn das Kind krank ist oder es ihm nicht gut geht und an die Vorsorgen, die die Mutter trifft, damit das Kind heranreift; wir denken auch daran, wie viel Mühe und Geduld eine liebevolle Mutter beim Erziehen der Kinder aufbringen muss und wie oft sie manchmal verzweifelt darüber ist, dass die Kinder so ungehorsam sind. Gewiss hat eine Mutter keinen einfachen Job.

Paulus will mit diesem Bild seine Beziehung als Autoritätsperson zu den Thessalonichern beschreiben, wie sie inniger nicht sein kann. Paulus sorgte sich um das geistliche Wohl der Gemeinde mindestens genauso sehr, wie es eine Mutter bei ihrem Kind tut. Er verbrachte mit Sicherheit etliche schlaflose Nächte, um für die Gemeinde zu flehen, dass der HERR ihnen Gnade schenkt, dass sie nicht zugrunde geht. Ihm war es so wichtig, dass die Gemeinde in ihrem Glauben gestärkt wird und wächst, sodass er in Kapitel 3,10 schreibt: „Wir bitten Tag und Nacht inständig, dass wir euch von Angesicht sehen, um zu ergänzen, was an eurem Glauben noch fehlt.“

Paulus gibt uns hier ein wunderbares Beispiel, wie man sich für seine Gemeinde, aber auch wie man im weiteren Sinne sich um jüngere Geschwister, die „frisch“ im Glauben sind sorgen und kümmern sollte. Wie viel Zeit verbringen wir im Gebet für unsere Gemeinde oder einen Neubekehrten? Wie sehr liegen sie uns am Herzen? Setzen wir uns für ihr geistliches Wachstum ein? Sind wir bereit uns wie eine liebende Mutter, die ihr Kind stillt für sie hinzugeben? Das ist, wie wir schon festgestellt haben, keine leichte Aufgabe. Aber aus Liebe zur Gemeinde, zu unseren Geschwistern und vor allem zum Oberhaupt der Gemeinde, Jesus selbst, sollten wir uns völlig hingeben, um für das geistliche Wohl unserer Gemeinde oder auch jüngeren Christen zu sorgen. Auch wenn das manchmal sehr viel Geduld bedeutet und echt frustrierend sein kann.

Ein letzter Gedanke, der uns dabei helfen soll uns dafür zu motivieren: In Jesaja 49,15 vergleicht sich Gott selbst mit einer Mutter, der sich jedoch noch vielmehr um uns kümmert, wie eine Mutter es jemals tun könnte, obwohl keiner von uns das verdient hätte. Er benötigt unsägliche Geduld mit uns und ist dennoch weiterhin interessiert an unserem geistlichen Wachstum. So sollten auch wir danach streben, Gott immer ähnlicher zu werden, indem wir uns um unsere Mitgeschwister und unsere Gemeinde sorgen.

Möge Gott uns an diesem Tag die Augen öffnen, wo wir uns für das geistliche Wohl anderer einsetzen können und dann auch entsprechend handeln.