Andachten

Glückselig, die reinen Herzens sind…

„Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott sehen.“

Fast alle Christen haben diesen Vers schon mindestens einmal in ihrem Leben gehört. Die meisten wissen wahrscheinlich auch, dass es sich dabei um eine Seligpreisung handelt, die in der Bergpredigt vorkommt. Schon etwas weniger wissen womöglich, dass dieser Vers im Matthäusevangelium in Kapitel 5 vorkommt und, dass dieser Vers dort der achte dieses Kapitels ist, ist wohl nur sehr wenigen bekannt.

Ich wage jedoch zu behaupten, dass die allerwenigsten wirklich den Gehalt dieses Verses erfasst haben. Ich möchte versuchen, euch ein wenig in die Fülle, die in diesem wunderbaren Vers drin steckt, hineinzuführen.

Wir fangen mit dem Wort „glückselig“ an. Dieses Wort ist die deutsche Übersetzung des griechischen Begriffs „makarios“. Daher werden die Seligpreisungen auch als sogenannte „Makarismen“ bezeichnet. Es bedeutet so viel wie „beneidenswert“, „glücklich“ oder „gesegnet“. Daher übersetzen manche auch „Wie beneidenswert glücklich sind die…“. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir, wenn wir tatsächlich reinen Herzens sind, uns als die glücklichsten Menschen dieses ganzen Planeten bezeichnen können.

Doch es gibt ein Problem. Wirft man einen Blick in die Heilige Schrift, findet man dort eine schonungslose Darstellung der Verdorbenheit des Menschen und somit auch seines Herzens. Schon im ersten Buch der Bibel im sechsten Kapitel im fünften Vers steht: „Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen groß war auf der Erde, und alles Gebilde der Gedanken nur böse den ganzen Tag“. Ähnliches steht im selben Buch in Kapitel 8 Vers 21. Die Diagnose wird beim weiteren Lesen der Bibel nicht besser. Jeremia gelangt zu dem selben Urteil, wenn er schreibt: „Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen“ (Jeremia 17,9).

Auch im Neuen Testament finden sich an einigen Stellen Beweise dafür, dass der Mensch tatsächlich böse ist und kein reines Herz hat. Stellen wie Römer 1,18-32 oder auch Epheser 2,1-3 stellen dies deutlich heraus.

Das stellt uns vor ein großes Problem. Wir Menschen haben kein reines Herz und können somit Gott nicht sehen und sind daher auch nicht glückselig. Ich hoffe ihr erkennt dieses Dilemma, denn wenn wir Gott nicht sehen können, wie sollten wir dann je Gemeinschaft mit ihm haben, was doch der eigentliche Sinn unserer Existenz ist?

Ich möchte euch einen Menschen beschreiben, der reinen Herzens war und der gleichzeitig die Lösung für dieses Problem ist. Jesus Christus war ohne Sünde (Hebräer 4,15), ja er wusste nicht mal von einer Sünde (2. Korinther 5,21) und war somit reinen Herzens. Er hatte perfekte Gemeinschaft mit Gott, denn er war vor Grundlegung der Welt und ist jetzt in des Vaters Schoß (Johannes 1,18), er lebte völlig in der Übereinstimmung im Willen des Vaters (Johannes 5,30), er ist eins mit dem Vater (Johannes 10,30) und er wurde vom Vater geliebt (Johannes 3,35).

Das alles traf auf Jesus zu, als er hier auf der Erde lebte. Er hat den Vater wirklich gesehen. Es war eine innige Gemeinschaft, die sich nie ein Mensch auch nur ansatzweise vorstellen kann. Bis zu diesem einen Moment, wo Jesus deine und meine Sünden auf sich lud. Bis zu dem Moment, wo Jesus, der keine Sünde kannte zur Sünde wurde (2. Korinther 5,21). Bis zu diesem Moment, wo Jesus am Kreuz für unsere Sünden büßte (Jesaja 53,5) und wo diese innige Gemeinschaft zwischen dem Sohn und Vater unterbrochen wurde und folgendes galt: „Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen.“ (Jesaja 53,10). Ist das überhaupt zu fassen? Gott hat es gefallen, seinen Sohn zu zerschlagen, weil dieser zu etwas geworden ist, was für Gott das Abscheulichste, das Ekelhafteste und das Verurteilungswürdigste überhaupt ist – zur Sünde.

Diese Sünde war allerdings unsere eigene. Wir hätten von Gott so bestraft werden müssen und nicht Jesus. Unsere bösen Herzen und unsere böse Natur hätten von Gott gerichtet werden müssen. Stattdessen schafft Gott durch den Opfertod von Jesus uns ein neues Herz (Jeremia 31,31), mit welchem wir Gott sehen können. Aufgrund des grausamen Leidens und Sterbens von Jesus können wir Gott wieder sehen. Das bedeutet Glückseligkeit!

Wirst du Gott dafür preisen, dass er das für dich getan hat, der du das vollkommene Gegenteil verdient hättest? Wirst du es schätzen, dass du Gott schauen darfst und zwar in seinem Wort, welches er dir in seiner Gnade hinterlassen hast? Wirst du dich bis an dein Lebensende fragen, warum Gott dir so gnädig war und dir ein reines Herz geschenkt hat?

Ich wünschte mir, wir würden immer mehr begreifen, was unser Herr Jesus Christus wirklich für uns am Kreuz vollbracht hat. Lebe diesen Tag doch in tiefer Dankbarkeit wegen dieser wunderbaren Wahrheit.