Andachten

Löchrige Zisternen

Hat je ein Heidenvolk die Götter gewechselt, die doch nicht einmal Götter sind? Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das, was nicht hilft! Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, und schaudert, werdet schreckensstarr!, spricht der Herr. Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten! (Jeremia 2,11-13)

Gott spricht diese Worte durch Jeremia an sein Volk, welches sich von ihm abgewandt hat. Wie unvorstellbar groß muss das Entsetzen der Himmel gewesen sein, wie sehr müssen die Engel diesen Zustand beklagt und beweint haben? Gott beschreibt diesen Zustand der Gottlosigkeit Israels als ein sehr großes Übel und erklärt wie absurd und dumm es ist, sich von ihm abzuwenden. Er vergleicht diese Situation mit einem Bild:

Das Wasser ist für den Menschen überlebenswichtig; dessen sind sich die Menschen bewusst. Das Volk Israel hatte eine sichere Quelle, aus der sie Wasser schöpfen konnten. Doch anstatt auf diese Quelle des lebendigen Wassers zu vertrauen, die sie nie durstig gelassen hatte, haben sie diese verlassen und haben eigene Zisternen gegraben, die nicht nur absolut unnütz sind sondern obendrein noch Gottes Ehre beschmutzten.

Leider stehen wir Christen heute auch tagtäglich in der Gefahr, lieber das schmutzige Wasser aus den löchrigen Zisternen trinken zu wollen, und dabei den zu vergessen, der für uns ein Quell des klaren, frischen Wassers ist. Wir suchen unsere Erfüllung, unsere Freude und Liebe oft in allen möglichen Dingen, nur nicht bei Gott. Dieser Missstand kann nicht so schnell beseitigt werden, er erfordert eine tägliche Abkehr von allen Dingen, „die nicht helfen“ und eine bewusste Hinwendung zu Gott, unserem Vater.

Anwendung

Lasst es zu unserem Gebet werden, dass Gott uns die löchrigen Zisternen in unserem Leben zeigt und uns bewusst werden lässt, wie sehr er sie verabscheut, wie sehr ihn diese zweifache Sünde erschaudern lässt.