Andachten

Er beugte seine Knie nicht!

„Und alle Knechte des Königs, die im Tor waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder. Da sprachen des Königs Knechte, die im Tor des Königs waren, zu Mardochai: Warum übertrittst du des Königs Gebot? Und da sie solches täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman an, daß sie sähen, ob solch Tun Mardochais bestehen würde; denn er hatte ihnen gesagt, daß er ein Jude wäre.“‭‭ Ester‬ ‭3,2-4‬ 

Wir befinden uns im Reich der Perser, der damaligen Weltmacht, das sich von Indien bis Äthiopien erstreckte, in der Königsstadt Susan. Der persische König Ahasveros besiegte viele Völker und verschleppte sie, um sie in seinem Reich an einem neuen Ort anzusiedeln. So geschah es auch mit dem Volk Israel und mit Mardochai, von dem wir eingangs gelesen haben.

Mit diesem Wissen, dass dieser mächtige König Ahasveros einen seiner Untergebenen, nämlich Haman in eine besondere Stellung erhob, sodass alle anderen Knechte des Königs sich auch vor ihm verbeugen mussten, ist es umso erstaunlicher, wenn wir uns das Verhalten Mardochais vor Augen führen. Was für ein beeindruckendes Vorbild dieser Mardochai doch war. Auch wenn es nicht explizit geschrieben steht, dass er Gott fürchtete und sich deshalb nicht vor Haman verneigte, so können wir es doch erahnen. Gott hatte seinem Volk am Berg Sinai geboten, dass sie niemanden anbeten sollten, als ihn allein, egal ob es sich dabei um einen selbstgemachte Götzen oder einen Menschen handelt. Mardochai achtete Gottes Wort höher als das Gebot des Königs oder die mächtige Person Haman. Auch als seine Mitknechte ihn darauf ansprachen und er einem gewissen Gruppenzwang ausgesetzt wurde, als sie ihn überreden wollten und sagten, dass er doch nicht so „stur“ oder „traditionell“ sein soll, stand er aufrecht, als sich alle Knie beugten, weil er wusste, dass Gott alleine Ehre und Anbetung gebührt. Mardochai war sich darüber im Klaren, dass er damit den Zorn und Hass des Haman auf sich und auch auf sein Volk ziehen würde, wenn er weiter auf diesem Weg geht und trotzdem blieb er Gott treu. 

Auch wir dürfen dafür beten, dass Gott uns solch einen starken Charakter und so eine ehrfürchtige Haltung ihm gegenüber schenkt, wie Mardochai sie hatte, der sich zu Gott hielt auch als alle anderen um ihn herum es nicht taten. Wer sich nicht zu schade ist, um Gottes Willen von den Menschen verachtet zu werden, der kann darauf vertrauen, dass Jesus sich seiner auch nicht schämen wird, wenn er in sein Reich kommt!