Andachten

Menschen benutzen – Dinge lieben?

Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben. – Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut! 1. Tim. 6,9-11

In unserem heutigen Text stellt Paulus uns zwei gegensätzliche Lebensstile gegenüber, die unvereinbar sind. Dennoch gab es bereits zu Paulus Zeit Menschen, die genau das versuchten. Sie behaupteten einst Christus zu folgen. Doch gleichzeitig strebten sie nach Reichtum in dieser Welt und fielen darum in viele Versuchungen und Fallstricke und Begierden. Sie irrten ab und durchbohrten sich mit vielen Schmerzen. Über die gleiche Menschengruppe redete auch schon Jesus in seinem Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld:

Und andere sind die unter die Dornen Gesäten, es sind die, die das Wort gehört haben, und die Sorgen der Zeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. (Mk. 4,18.19)

Diese Menschen hörten das Wort und eine Weile schien es sogar so, als würden sie dem Gehörten Gehorsam leisten. Jedoch sagt Jesus, dass der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen das Wort erstickten und es niemals zur Frucht kam. Bedenkt man, dass man echte/unechte Christen an ihren Früchten erkennt (Mt. 7,15-23), ist dies eine Aussage von erschreckender Dimension. Geldliebe ist etwas, dass dem Lebensstil, den Gott für Christen vorgesehen hat vollkommen widerspricht. „Menschen Gottes“ sollen der Geldliebe und allen daraus entstehenden Begierden entfliehen und nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren und Sanftmut streben. 

Mir geht es hier vor allem um die Begriffe Liebe und Sanftmut, weil wir heute den Christen im Verhältnis zu seinen Mitmenschen betrachten. Christus hat uns beauftragt, Liebe und Sanftmut gegenüber allen Menschen an den Tag zu legen. Zum einen ehren wir damit Christus, zum anderen verleihen diese beiden unserem Zeugnis vom Evangelium der Gnade Nachdruck. Doch wie der Rest der Menschheit haben auch Christen mit dem Wunsch und Streben nach Reichtum zu kämpfen. Ein unbekannter Autor sagte einmal: 

Gott hat uns geschaffen, damit wir Menschen lieben und Dinge benutzen. Unser Problem ist, dass wir Dinge lieben und Menschen benutzen.

Diese Einstellung hat keinen Platz im Leben eines Christen. Wir leben auf dieser Welt um heilig für Christus zu sein, sein Wort zu verkündigen und für die Ewigkeit Frucht zu bringen – Frucht, die bleibt. Streben nach Reichtum zerstört viele gute Charakterzüge und führt schließlich dazu, dass wir Menschen dazu benutzen, uns Dinge zu beschaffen, die wir lieben. 

Denken wir heute ein wenig darüber nach, wie unsere Einstellung bezüglich Besitz und Geld ist. Bringst du Gott Ehre, indem du richtig mit deinem Besitz umgehst? Das tust du, wenn du ihn sinnvoll einsetzt, damit er Dingen dient die Ewigkeitswert haben. Solltest du erkennen, dass du das bisher nicht tust, dann frage dich, ob du nicht bereits dem Betrug des Reichtums erlegen bist und nimm dir die obige Warnung zu Herzen! Übergehe dieses Thema nicht leichtfertig – es steht zu viel auf dem Spiel!