Andachten

Verstehe die Sünde

Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.
Jakobus 1,14.15

Oh man, schon wieder gefallen. Jetzt hab ich die Bibel gelesen und mit Gott über alles mögliche gesprochen, und dennoch bin ich wieder der Sünde unterlegen. Wie konnte das passieren? Wer die Bibel liest, stößt im Jakobusbrief auf die Funktionsweise der Sünde in uns.
Doch bevor wir uns die Funktionsweise anschauen, lesen wir nochmal den 14. Vers. „Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird.“ Dabei muss uns eins klar werden. Du und ich, wir sind für unsere eigene Sünde verantwortlich. Wir können die Schuld nicht auf Andere schieben, auch nicht auf den Teufel. Nein, wenn du von deiner eigenen Begierde weggezogen und gelockt wirst, bist du allein dafür verantwortlich. Wir schieben die Schuld nur zu gerne von uns weg, wie gerne würde ich die Schuld so oft wie möglich auf jemand Anderen schieben, aber Jakobus sagt ganz klar: Du bist selbst Schuld.

Jakobus lässt uns aber nicht mit der Schuldzuweisung alleine stehen. Er erklärt uns auch, wie die Sünde in uns funktioniert. Diese lässt sich in vier Schritte einteilen.
1. Begierde
Zunächst einmal ist die Begierde in uns. Aufgrund dessen, dass wir Menschen mit Fleisch und Blut sind, haben wir Begierden unterschiedlichster Art und Weise. Bei dem einen ist die eine Begierde stärker ausgeprägt, bei einem anderen deutlich schwächer. Wir haben als Menschen Begierden oder Lüste. In diesem ersten Stadium „spielen“ wir in Gedanken mit der Lust und malen uns verschiedenste Dinge aus, wie toll es doch wäre, wenn diese Lust befriedigt wird. Bei dieser Stufe fällt es uns noch am leichtesten, die Sünde zu umgehen bzw. ihr abzusagen. Lenk deine Gedanken auf andere Dinge. Fang an zu beten, bete für deine Familie, deine Freunde, deine Gemeinde. Und schon hat die Sünde keine Raum mehr in dir.
2. Empfängnis
Die zweite Stufe ist, dass wir die Lust, mit der wir uns in Gedanken beschäftigt haben, in Taten planen, um die Lust dingfest zu machen. Auch hier ist es sinnvoll, das du dich mit anderen Dingen beschäftigst. Statt der Sünde kannst du etwas Gutes planen. Beispielsweise das Aufräumen deines Zimmers, oder du planst, deine Zeit deiner Familie zu widmen und Aufgaben für das Wohl der Familie zu übernehmen.
3. (Tat-)Sünde
Nach der Planung der Sünde wird diese in die Tat umgesetzt. Nun, Tatsünden zu vermeiden ist schrecklich schmerzhaft. Jesus spricht davon, dass wir unsere Glieder ausreißen und abhauen sollen, falls sie uns ein Anstoß sind. Und wie schwer uns das fällt, weiß jeder ganz genau. Wir können uns jedoch in Zeiten, in denen wir stark sind, Hindernisse aufbauen, sodass wir in schwachen Zeiten an der Tatsünde gehindert werden.
4. Tod
Der Lohn der Sünde ist der Tod. So einfach ist das. Und wer sündigt, hat den Tod verdient. Da können wir nichts dagegen machen. Dafür hat Jesus für uns alles erledigt. Denn er starb am Kreuz für uns, als wir noch Sünder waren, als wir noch tief in der Sünde gesteckt haben. Und dadurch dürfen wir leben und müssen nicht mit dem Tod rechnen.

Versuch einmal, in der kommenden Woche auf die Funktionsweise der Sünde in deinem Leben zu achten. Lies einmal den gesamten Jakobusbrief, bete für das Gelesene und sei wachsam, sodass dich die Sünde nicht überfällt.