Andachten

Kernaussagen der kleinen Propheten (6/12)

„Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Tausendschaften von Juda; aber aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.“ (Micha 5,1)

Micha, ein Buch, aufgebaut wie ein Gerichtsprozess, drückt heute die Lösung des Prozesses aus: ein Herrscher wird kommen. Dabei spielt die Unbedeutsamkeit des kleinen Dorfes keine Rolle, der mächtige Gott braucht keine prunkvolle Herkunft, um dennoch majestätisch zu sein. Wir erkennen ein Attribut Gottes, der selber das Kleine durch seine mächtige Größe erfüllen will.
Maria, die Mutter Jesu anerkannte dies in ihrem Magnifikat ebenfalls: „…denn er hat hingeblickt auf die Niedrigkeit seiner Magd.“ (Lk.1,48)

Sie wusste, dass sie es nicht wert ist, den Messias zu gebären – so, wie es Bethlehem nicht verdient hat, den König zu beherbergen.

Dieser Vers, welcher wie der Morgenstern über dem Buch Micha thront lehrt uns:
Wer auf seine Künste, Können und Bedeutsamkeit was gibt, wird niemals Gefäß der Größe Gottes sein können. Zu sehr steht der eigen Ruhm im Vordergrund. Dies bedeutet streng genommen nichts anderes als Schuld die man auf sich nimmt. Doch diesem Herrscher sei Dank bleibt diese Schuld nicht ewig vorbehalten. In Kap. 7,18 endet dieser Prozess langsam, indem die rhetorische Frage gestellt wird:
„Wer ist ein solcher Gott, der vergibt?“ Die Antwort ist: Keiner außer Ihm!

Lasst uns heute dankbar dafür sein, dass ein großer Herrscher in einer kleinen Ortschaft und kleinen Menschen einziehen will, damit deren Sünden auf Ewigkeit nicht mehr gedacht wird. Diese tiefe Erniedrigung zeigt die unfassbare Größe unseres Herrschers an!