Andachten

Wer ist ein Gott wie du?

Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils! Nicht für immer behält er seinen Zorn, denn er hat Gefallen an Gnade. Er wird sich wieder über uns erbarmen, wird unsere Schuld niedertreten. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. (Micha 7,18-19)

In diesem alttestamentlichen Text finden wir eine wunderbare Aussage über eine Charaktereigenschaft Gottes, nämlich über seine Gnade. Auch wenn diese Botschaft des Propheten Micha an das Volk Israel gerichtet ist, bin ich überzeugt, dass wir als Kinder Gottes dem Text keine Gewalt antun, wenn wir diese Verheißung Gottes für uns in Anspruch nehmen.

Was für ein Trost ist es zu wissen, dass unser Gott ein Gott ist, der Sünden vergibt, der unsere Schuld niedertritt und sie in die Tiefen des Meeres wirft. Wie befreiend ist es, wenn man sich klar macht, dass der Zorn Gottes, der über jedem Sünder steht, nicht für immer über diesem Menschen bleiben muss, denn es gibt einen Ausweg und dieser Ausweg heißt Gottes Gnade. Doch wer meint, dass hier ein Gott beschrieben wird, der bei Sünde einfach ein Auge zudrückt oder bereit ist, sie unter den Teppich zu kehren, der hat sich geirrt, denn Gott ist nicht nur gnädig und barmherzig, sondern auch heilig und gerecht und deshalb wird er jeden Sünder bestrafen. Wie also kann Gott Sündern gnädig sein, ohne dabei selber ungerecht und korrupt zu werden? Indem Gott selbst, als ein stellvertretendes Opfer in der Gestalt Jesu Christi, für die Schuld der Menschen starb und sie so mit sich selbst versöhnte. Kein Tieropfer, keine guten Taten der Menschen noch sonst etwas, was wir Gott bringen könnten, reicht aus um unsere Schuld vor dem ewigen und allmächtigen Gott zu begleichen. Nur weil Jesus Christus starb und die Strafe auf sich nahm, die doch wir verdient haben, kann Gott treu und gerecht sein und uns trotzdem unsere Sünde vergeben, wenn wir uns vor ihm demütigen und ihn um Vergebung bitten.

Doch Gott vergibt uns nicht nur unsere Schuld, sondern er versenkt sie auch im Meer der Vergessenheit und wird sie uns nie wieder vorhalten. Gott benutzt Schuld nicht als Druckmittel, so wie wir es oft mit unseren Mitmenschen tun, wenn wir ihnen ihre längst vergebenen Fehltritte wieder vor Augen führen, damit sie ein schlechtes Gewissen bekommen. Angesichts dieses großen Gnadengeschenks kann man nur staunend vor Gott stehen und wie Micha fragen: „Wer ist ein Gott wie du?“

So lasst uns neu Gott danken, dass er uns gnädig war und seine Gande uns jeden Tag aufs Neue schenkt, indem er uns unsere Schuld vergibt und fangen wir an, ihn zu bitten, dass er uns ein Herz schenkt, das bereit ist, Fehler der anderen zu verzeihen und mit seiner Hilfe auch zu vergessen.