Andachten

Gut ist der HERR

​Er bedroht das Meer und legt es trocken. Alle Flüsse lässt er versiegen. Es welken Baschan und Karmel, die Blüte des Libanon welkt. Die Berge erbeben vor ihm, und die Hügel zerfließen. Vor seinem Angesicht hebt sich die Erde, das Festland und alle, die darauf wohnen. Wer kann vor seinem Groll bestehen, wer standhalten bei der Glut seines Zorns? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer, die Felsen bersten durch ihn. Gut ist der HERR. Er ist ein Zufluchtsort am Tag der Bedrängnis; und er kennt die, die sich bei ihm bergen. (Nahum 1,4-7)

Mit diesen Worten wurde Nahum von Gott nach Ninive geschickt, um den Bewohnern eine Gerichtsbotschaft von Gott zu überbringen. Neben der Tatsache, dass Gott zum wiederholten Mal einen Propheten zu dieser heidnischen Stadt schickt (etwa 100 Jahre früher wurde der Prophet Jona ebenfalls mit einer Warnung vor dem Gericht Gottes zu dieser Stadt gesandt), ist es beachtenswert, wie sich Gott diesen Heiden vorstellt.

Gott gibt sich den Bewohnern von Ninive als der Schöpfer zu erkennen.

Weil Gott alle Dinge geschaffen hat, besitzt er auch die Macht über diese und kann mit ihnen verfahren wie er will. Gott sprach nur ein Wort und die Berge erhoben sich. Er ließ das Gras und die Bäume wachsen, gab jeder Blume ihr prächtiges Kleid und versorgte somit Menschen und Tiere mit Nahrung. Gott machte das Meer, jeden Fluss, die endlos weiten Ozeane. Er bestimmte ihnen ihren Weg und setzte ihnen Grenzen, indem er den Wellen gebot: Bis hierher und nicht weiter!

Nahum zeigt den Einwohnern von Ninive, wie klein, unbedeutend und schwach sie im Vergleich mit dem allmächtigen Gott sind. Die unerschütterlichen Berge erbeben vor Gott und das Meer flieht vor ihm, doch sie meinen, sie müssten nicht auf Gott achten und ihm nicht die Ehre geben, die ihm doch gebührt. Deshalb liegt der Zorn Gottes auf jedem Menschen, der gegen Gott rebelliert, indem er ihm die Anerkennung und Verehrung verweigert.

Doch wer kann dem Zorn Gottes entgehen, geschweige denn vor ihm bestehen?

Doch Nahum ist mit seiner Botschaft noch nicht am Ende angekommen. Das ist das Besondere hier, denn er hat neben der Gerichtsbotschaft auch einen Trost für die Menschen in Ninive und das ist die Tatsache, dass Gott gut ist. Egal ob Jude oder Heide, wer anerkennt, dass er, aufgrund seines sündigen Wesens, vor diesem heiligen und mächtigen Gott nicht bestehen kann und Buße tut, der wird die Gnade Gottes erfahren. Nur ein Kind Gottes wird sehen, dass Gott ihm am Tag der Bedrängnis einen Zufluchtsort bietet, wenn sich die gottlosen Menschen wünschen, die Berge mögen sie bedecken, da sie den Zorn Gottes nicht ertragen können.

Der Trost, den Nahum uns auch heute noch zuspricht, besteht in dem Wissen um Gottes Allmacht, in der Zuversicht, dass Gott gut ist und deshalb keine Fehler macht und in der Hoffnung, dass, egal was auch in Zukunft auf uns zukommen mag, wir in Christus sicher und geborgen sind.