Andachten

Morgen, morgen, nur nicht heute!

„‚Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, die Hände ein wenig in den Schoß legen, um zu ruhen‘ – so kommt deine Armut wie ein Wegelagerer und dein Mangel wie ein bewaffneter Mann.“ Sprüche 24,33.34

Wie oft lehn‘ ich mich zurück. Schließlich muss ich mich ja ausruhen von meinem langen „Arbeits- oder Schultag“, ich hab’s mir ja verdient. Die Arbeit zu Hause kann ich auch morgen erledigen.
Wie gut kennst du diese Worte? Oft genug sag ich mir sowas, obwohl ich den ganzen Tag in der Schule nichts gemacht habe und ich nur faul rumgesessen bin. Aber was sagt Salomo hier? Wer zu sich selbst solche Worte sagt, dessen Mangel und Armut ist nicht weit. Mit anderen Worten: Du musst fleißig sein, sodass du weder Mangel leidest noch arm wirst.
Mir ist das so bewusst geworden, als ich diese Worte gelesen habe. Sowohl in meiner Schul- als auch in meiner Studienzeit habe ich nicht viel Zeit mit Lernen verbracht und doch bin ich durchgekommen. Die Frage ist, wie lange noch? Wie lange will ich noch faul sein und meinen Notenschnitt weiter sinken lassen? Nun, ich hab mich entschieden, fleißig zu sein, weil darauf ein Segen liegt. Der Segen ist: Ich leide weder Mangel noch Armut. Zunächst einmal ist in dieser Situation damit nicht die materielle Armut gemeint, und auch nicht der materielle Mangel. Für uns in Deutschland ist beides sehr schwer zu erreichen. Und doch macht sich ein Mangel bemerkbar. Einige meiner Mitschüler können sich noch sehr genau daran erinnern, was wir vor zwei Jahren behandelt haben, während ich felsenfest behaupten würde, dass ich von solchen Dingen noch nie etwas gehört habe. Genau so findet es sich auch im Arbeitsalltag wieder. Wer in der Arbeit nicht fleißig ist, dem wird dies einmal höchstwahrscheinlich vorgehalten werden, da der Chef oft genau weiß, ob fleißig gearbeitet wird oder nicht. Um so wichtiger ist es, fleißig bei der Sache zu sein. Auch die Arbeiten, die zu Hause, in der Gemeinde oder in der Jugend anstehen, sollen mit Fleiß erledigt werden. Und zwar dann, wenn man die Arbeit benötigt. Das ist meistens im Heute und Jetzt, nicht im Morgen oder Später. „Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.“