Andachten

Das Blut des Lammes allein genügt!

Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, worin ihr seid; und sehe ich das Blut, so werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird keine Plage zum Verderben unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage. (2. Mo 12,13)

Stellt euch folgende Situation vor: Es ist Abend; der Abend vor dem großen Passah kurz vor Israels Auszug aus Ägypten. Im Land Gosen herrscht eine gedrückte Stimmung. Eine letzte Plage, mit ungeheuerlichem Ausmaß steht bevor – der Erstgeborene in jeder Familie wird sterben. Ein Gespräch zwischen zwei Juden – Heber und Abner – findet statt:

Heber zu Abner: „Hey Abner, bist du auch so nervös wegen der heutigen Nacht?“. Abner antwortet: „Überhaupt nicht. Gott hat uns doch genau gesagt, was zu tun ist durch seinen Knecht Mose. Es gibt keinen Grund nervös zu sein. Du hast doch bestimmt das Lamm geschlachtet, das Blut an die Türpfosten gestrichen und bist bereit zum Aufbruch, oder nicht?“.

„Natürlich habe ich das getan. Ich bin doch nicht blöd, aber meiner Meinung nach ist das alles doch noch ziemlich unheimlich. Ich meine, wenn ich denke, was alles so in der letzten Zeit passiert ist – Wasser wurde zu Blut, so viele verschiedene Viecher haben das Land bedeckt gehabt, Vieh ist gestorben und riesiger Hagel fiel auf die Erde usw. Das war schon ziemlich heftig, und jetzt soll jeder Erstgeborene getötet werden? Klar, ist das für dich nicht so schlimm, wie für mich, du hast drei Söhne, ich nur einen und ich Liebe meinen Benjamin, verstehst du und der Engel des Verderbens wird heute Nacht um die Häuser ziehen. Ich weiß, was Gott gesagt hat und ja, ich habe das Blut an die Tür gestrichen, ist doch klar, aber es ist immer noch extrem angsteinflößend!“.

Darauf Abner: „Ich hab keine Bange! Ich vertraue völlig auf Gottes Verheißungen. Soll doch der Engel kommen.“

In dieser Nacht kommt der Engel des Todes und streift durch das Land und kommt an allen Türen vorbei. Welcher der beiden Söhne muss sterben? Und die Antwort darauf ist: Keiner! Weil der Verderber nicht darauf schaut, wie intensiv jemand geglaubt hat oder wie fest sein Vertrauen in die Verheißungen Gottes war, sondern er geht vorüber, weil er das Blut des Lammes an den Türpfosten sieht. Das und nichts anderes ist es, was den Verderber vorübergehen lässt.

Kennen wir das nicht auch? Zweifel in unserem Glauben überkommen uns zuhauf und wir fragen uns so häufig, ob Gott uns immer noch lieben kann, nachdem wir wieder und wieder die selbe Sünde begangen haben und wieder und wieder uns in demselben Schlamm wühlen, obwohl wir vielleicht schon so viele Jahre Christen sind. Kennt ihr nicht die Ausreden, die wir dann bringen und uns einreden: „Gott, ich habe es probiert, es war ein schlechter Moment, ich werde es nicht wieder tun, aber bitte verwerfe mich nicht, vergib mir noch dieses eine letzte Mal“. „Wird Gott mir noch einmal gnädig sein?“. Diese Zweifel können einen echt zerreiben. Der Ankläger kann uns echt in den Wahnsinn treiben.

Und doch haben wir kein anderes Argument und keine andere Verteidigung als, dass Jesus Christus gestorben ist und zwar für uns! Das Blut des Lammes ist genug! Es geht nicht darum, einen überwältigenden, vorbildlichen Glauben haben, sondern es geht um das Objekt das Glaubens: Jesus Christus, das Lamm Gottes.

 

 

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