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Buchbesprechung: Was ist rettender Glaube?

Auf eine packende und tiefschürfende Art und Weise greift Arthur W. Pink (1886-1952) in diesem Buch eine Thematik auf, welche die meisten wohl für „recht einfach geklärt“ deklarieren würden.
Er zeigt nicht nur auf wie man gläubig wird, sondern auch wie tatsächlich rettender Glaube in der Praxis aussieht. Hierbei greift er schonungslos moderne und pragmatische Evangelisationsmethoden auf (man beachte, dass er in der zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts schrieb) und beleuchtet diese anhand des Wortes Gottes.

Inhalt

In vier Teile zzgl. eines Anhangs, gliedert dieses Buch den Inhalt rettenden Glaubens auf.

Teil 1: Zeichen der Zeit

In diesem Kapitel geht A. W. Pink mit der Methodik ins Gericht, wahllos allen Menschen bei Evangelisationen zuzurufen, dass „sie doch nur an den Herrn Jesus glauben müssen, um errettet zu werden.“ Anhand der Bibelstelle aus Apg 16,31 beleuchtet er sieben Merkmale, weswegen diese Aufforderung seitens der Apostel situativ und kontextuell verstanden sein muss. Pink plädiert hierin eindrücklich für die vorherige Zurüstung der harten Herzen, um den guten rettenden Samen ins Herzen aufnehmen zu können. Besonders geht daraus dann hervor, dass ein solch gepflügtes Herz rettenden Glauben nicht nur durch die Annahme Jesu Christi allein, sondern auch der Akzeptanz als Herr, annimmt.

Teil 2: Rettender Glaube

Weiter geht der Autor auf das Wesen echten Glaubens ein. Dabei verdeutlicht er die vielen Unterschiede, welche an den Tag treten, wenn die Bibel von „Glaube“ spricht. Dabei fällt auf, dass vieles von diesem Glauben weder rettend noch sich anderweitig als haltbar erwies. Dabei zitiert er C. H. Spurgeon, welcher sagte, dass das Kommen zu Christus Buße, Selbstverleugnung als auch den Glauben an Ihn beinhaltet. Diese zeigen sich im Glauben an die Wahrheit, in den ernstlichen Gebeten zu Gott und an der Unterwerfung der Seele unter Seine Vorschriften.
Dieses mache sich daran bemerkbar, dass der dreieinige Gott umfassend als an der Erlösung wirkend verstanden wird. Anhand der Stelle aus Tit 3,5 zeigt er auf, dass sowohl der Vater zu Christus zieht, der Sohn selbst das Opfer wurde und der Heilige Geist einen wirksam wiedergebar, heiligt und bewahrt. Dabei wird das Herz, bestehend aus Verstand, Gewissen und Gefühlen, gänzlich Gott unterworfen.

Teil 3: Zu Christus kommen

Hier beleuchtet Pink, dass kein Sünder zu Christus kommen kann, bevor der Heilige Geist nich zu einem kommt. Das wirksame Kommen zu Jesus Christus erklärt er hierbei ausführlich, indem er prüfende Fragen von John Bunyan übernimmt, welche herausfordernd und dennoch heilsam sind, wenn diese im Lichte der Bibel bejaht und vorhanden sind.

Teil 4: Heilsgewissheit

Abschließend endet der Hauptteil des Buches mit einer historischen Betrachtung der Heilsgewissheit, welche zu allen Zeiten diskutiert und Gegenstand diverser Glaubensrichtungen war. Er beleuchtet die Dringlichkeit, Heilsgewissheit zu haben und schildert, wie diese erlangt und bewahrt werden kann. Dabei kommt er immer wieder an den Punkt zurück, an welchem der Mensch in der Verantwortung steht, sein Herz, sein sich immer noch in der Rebellion gegen Gott stehendes Herz zu prüfen, um eine falsche Heilsgewissheit auszuschließen.

Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit

Am Ende wird der vierte Teil des Buches in fiktiven Dialogen nochmal praktisch angewandt, indem jeweils der Autor, respektive der Gesprächspartner „Demütiges Herz“, den Part des durch rettenden Glauben Durchdrungenen annimmt und dem Zweifler gegenüber gestellt wird. Diese Konversationen entsprechen sowohl den inneren Kämpfen, die ein Gläubiger des häufigeren verspürt, als auch den Angriffen des Satans, der kein Interesse an der Freudigkeit der Heilsgewissheit seitens des Erretteten hat.

Fazit

Dieses Buch gibt einen ausgewogenen Einblick in das alleinige und vollumfänglich bei Gott liegende Wunder der Errettung von Sündern, ohne dabei den Menschen seiner Verantwortung zu entheben. Es eignet sich hervorragend für jede Altersgruppe und wird gemäß dem Vorwort des deutschen Herausgebers auf eine provozierende Art und Weise die wichtigste Frage der Menschen abschließend im Lichte der Bibel behandeln: „Was ist rettender Glaube?“