Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (1) Der unveränderliche Gott

In den kommenden Wochen möchten wir gemeinsam Gottes Eigenschaften betrachten. Wir erkennen dadurch Stück für Stück mehr, wer denn Gott eigentlich ist und mit was für einem Wesen wir es zu tun haben. In dem Wissen, dass wir Gott nie vollständig erfassen können, ja, dass uns „diese Erkenntnis zu wunderbar, zu hoch, als dass wir sie fassen könnten“ (Ps 139,6) ist, möchten wir uns trotzdem auf diese Reise begeben und Gott immer mehr erkennen, worin ewiges Leben besteht (17,3) und was Gott wohlgefällt (Jer 9,24; Hos 6,6).

Die Unveränderlichkeit Gottes

Erklärung und biblische Grundlage

Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. (Jak 1,17)

Bei Gott ist keine Veränderung. Er ist unveränderlich. Während wir uns immer wieder verändern, oft unsere Meinung über bestimmte Dinge ändern und sich unser Verständnis von verschiedenen oder unsere Sicht auf bestimmte Themen wandelt, so bleibt Gott unveränderlich in seinem Wesen, seinen Vollkommenheiten, Ratschlüssen und Verheißungen.

Diese Wahrheit finden wir noch an einigen anderen Stellen in der Bibel:

Du hast einst die Erde gegründet, und der Himmel ist deiner Hände Werk. Sie werden umkommen, du aber bleibst. Sie alle werden zerfallen wie ein Kleid; wie ein Gewand wechselst du sie, und sie werden verwandelt. Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht. (Ps 102,26-28)

Nein, ich, der HERR, habe mich nicht geändert… (Mal 3,6)

Anwendung

Warum ist es von absoluter Wichtigkeit, dass Gott sich nicht verändert? Dazu stellen wir uns einmal vor, Gott könnte sich verändern. Was würde passieren? Gott könnte sich in seinen Vollkommenheiten, Ratschlüssen, Verheißungen oder in seinem Wesen zum Besseren oder zum Schlechteren wandeln. Wenn Er sich zum Besseren verändern könnte, dann wäre er ja noch nicht vollkommen und perfekt. Wie können wir ihm dann vollkommen vertrauen? Wenn er sich zum Schlechteren verändern könnte, was könnte er dann jemals für ein Gott werden? Er könnte theoretisch ein böser, liebloser, grauenvoller Gott werden – wer könnte ihn daran hindern?

Wenn er sich in seinen Ratschlüssen oder Verheißungen ändern könnte, wie wären wir dann jemals sicher, dass sich Gottes Plan in der Bibel vollziehen wird? Wie könnten wir jemals darauf vertrauen, dass wir einmal bei Gott sein werden? Wie könnten wir an dem Grundsatz, dass man allein durch Glauben gerechtfertigt wird, festhalten? Vielleicht wird morgen eine andere Bedingung als der Glaube für die Rechtfertigung gefordert?

Wenn Gott allerdings unveränderlich ist, so gilt das auch für seine Barmherzigkeit, für seine Liebe, für seine Verheißungen und seine Ratschlüsse. Dann wird er sich sicher an seine Versprechen halten. Dann haben wir eine absolut vertrauenswürdige Glaubensgrundlage und eine lebendige Hoffnung.

Eine weitere wunderschöne Wahrheit ist, dass Gott zwar unveränderlich ist, wir aber veränderlich sind. Wären wir das nicht, so wäre unsere Existenz völlig hoffnungslos. Wie könnten wir – in Sünde geboren und unter ihrer Schuld und ihrem knechtenden Einfluss – eine Hoffnung auf Gottes verändernde Gnade haben? Gott kann und wird uns verändern und zwar in das perfekte, unveränderliche Ebenbild seines Sohnes (Röm 8,29). Dafür gebührt ihm Preis und Ehre, ihm, dem unveränderlichen Gott.