Andachten

Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben

„Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.“ (Sacharja 12,10)

Diese Textstelle zeigt uns deutlich auf, warum sich das Buch des Propheten Sacharja von einigen anderen prophetischen Büchern des Alten Testaments abhebt: Gott zeigt seinem Propheten nicht nur, was in 10, 50 oder 100 Jahren geschehen wird, sondern Gott lässt Sacharja Ereignisse sehen, die erst in ferner Zukunft, genauer gesagt beim zweiten Kommen des Messias, geschehen werden. Ein Ereignis, das Sacharja von Gott offenbart bekommt, ist das kollektive Umkehren des Überrestes vom Volk Israel, da Gott ihnen den Geist der Gnade geben wird, damit sie Jesus Christus als den Messias erkennen können.

Hast du dir dieses Ereignis auch schon mal vor deinem geistigen Auge vorgestellt? Wie wird das sein, wenn dem Rest vom Volk Israel die Decke, die beim Lesen des Alten Testaments auf ihrem Herzen liegt (2. Korinther 3,15), heruntergerissen wird und sie erkennen werden, dass ihr Messias, der schon im Alten Testament verheißen wurde und auf den so viele Stellen hindeuten, von ihren Vorfahren getötet wurde? Es wird ihnen wie Schuppen von den Augen fallen und auf einmal werden viele Bibelstellen, wie z.B. Jesaja 53 plötzlich einen Sinn ergeben. Doch das besondere an der Reaktion des Volkes wird ihr Weinen und Wehklagen sein, weil sie Jesus Christus sehen werden, den sie durchbohrt haben! Sie werden erkennen, dass alle Versuche, den Forderungen des Gesetzes nachzukommen, um so vor Gott als gerecht dazustehen, letztlich vergeblich waren, da nur der Glaube an Jesus Christus einen Sünder heilig und tadellos vor Gott stellen kann.

Vielleicht mag sich jetzt der eine oder andere fragen, was das alles mit uns zu tun hat, die wir wahrscheinlich nicht zum Volk Israel gehören und ca. 2500 Jahre später leben.
Doch als ich den Text las, stellte ich mir selber die Frage, wann ich das letzte Mal von der Tatsache ergriffen war, dass Jesus Christus für mich gestorben ist. Wann habe ich das letzte Mal über meine eigene Sündhaftigkeit geweint, weil mir bewusst wurde, dass Jesus Christus für Sünder, wie ich einer bin, ans Kreuz gehen und sein Leben für mich geben musste, damit ich vor dem gerechten Zorn Gottes gerettet werden kann? Jeder einzelne Schlag der römischen Soldaten, aller Hohn und Spott und jede Art der Erniedrigung bis hin zum Tod an einem Kreuz erduldete er für mich! Wir werden hier auf Erden nie völlig verstehen und begreifen können, was es für Jesus bedeutet hat, die Sünde und Schuld auf sich zu nehmen und von Gott dem Vater getrennt zu sein, doch wir dürfen ihm schon jetzt dafür danken und ihn anbeten.