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Buchbesprechung: Wem gehört das Geld? Ein biblischer Leitfaden für den Umgang mit Gottes Reichtum

Über Geld spricht man nicht. Zumindest nicht mit jedem und wenn, dann auch nicht öffentlich. In dieser Hinsicht sind wir Christus nicht sehr ähnlich, denn auch wenn wir das Thema Geld gerne umgehen, hat Jesus uns eine Menge zu diesem Thema zu sagen.

John MacArthur ist Ältester und Pastor der „Grace Community Church“ im San Fernando Valley in Südkalifornien. In seinem Buch „Wem gehört das Geld?“, zeigt MacArthur auf, dass unsere Glaubwürdigkeit als Christen auf dem Spiel steht, wenn es um unseren Umgang mit Geld geht. Anhand verschiedener Bibelstellen erklärt der Autor, dass ein Christ die Rolle eines Verwalters einnimmt und sein Geld gemäß Gottes Maßstäben verwenden sollte. 

Inhalt 

Im ersten Kapitel erläutert der Autor das Wesen des Geldes und befasst sich ausführlich mit dem Reiz des Materialismus. Er zeigt auf, dass all unser Reichtum von einem souveränen Gott kommt. Darum können wir darauf vertrauen, dass er stets unsere Grundbedürfnisse stillt und uns den Materialismus überwinden lässt. 

Ein biblischer Leitfaden für den Umgang mit Geld sowie Warnungen in diesem Zusammenhang werden im Kapitel 2 erarbeitet. Die Bibel ist (für mich nun) überraschend klar in ihren Richtlinien für den Umgang mit Geld. Beachtet ein Gläubiger diese Anweisungen und meidet gleichzeitig sündige Verhaltensweisen der Geldliebe, so sind dies klare Indizien dafür, dass er wahrhaft erlöst ist und eine gesunde Beziehung zu Gott hat. 

Im nächsten Kapitel zeigt der Autor die Grundlagen biblischer Verwalterschaft in Bezug auf Geld auf und trifft eine Eingrenzung der biblischen Mittel des Gelderwerbs. Wir lernen, dass jeglicher Reichtum uns von Gott anvertraut ist, egal wie viel es sein mag und dass er dazu dienen muss, Gott Ehre und Herrlichkeit zu bereiten. Dies kann sehr vielfältig geschehen, z.B. im Genießen der Schöpfung, fleißiger Arbeit, der Versorgung der eigenen Familie, im Vorsorgen für die Zukunft und sorgfältiger Planung, die uns in weiser finanzieller Selbstkontrolle übt. 

Kapitel 4 legt den Schwerpunkt darauf uns zu zeigen, was eine christliche Einstellung gegenüber dem Geld beinhaltet. Anhand der Bergpredigt zeigt der Autor, dass Christen nicht dem Materialismus oder dem Wohlstand dieser Welt dienen, sondern ihren Blick auf ewige Dinge richten. Sie setzen ihre Mittel weise ein, indem sie in ihren Schatz im Himmel investieren. 

Die Kapitel 5-7 beschäftigen sich alle mit dem biblischen Modell des Gebens und der Autor beantwortet unter anderem die für viele Gläubige verwirrende Frage nach der Verbindlichkeit des sogenannten „Zehnten“. Außerdem kommen die Fragen auf „Wann, wie, wie viel und wer soll geben?“ Gibt es Menschen, die ausgenommen sind? Am Vorbild biblischer Gemeinden lernen wir, dass wir großzügig, gezielt, opferbereit sowie regelmäßig geben sollen. Empfänger der Gaben ist neben Anderen auch die eigene Gemeinde. Eine gute Zusammenfassung des biblischen Modells des Gebens findet sich in 2. Korinter 8,1-8. Bezüglich des Zehnten vertritt der Autor die Meinung, dass es sowohl zur Zeit des Alten Testaments, als auch zur Zeit des Neuen Testaments zwei verschiedene Arten des Gebens gab: freiwilliges Geben und angeordnetes Geben. Seiner Darlegung zufolge soll soch unser Geben nicht nach einem starren Prozentsatz richten, sondern nach unserem Herzen. Zuletzt unterstreicht er die Tatsache, dass Gott einen fröhlichen Geber lieb hat (2. Korinther 9,6.7).

Im achten Kapitel spricht der Autor das sensible Thema der Spendenverwaltung an. Viele Gläubige nehmen Spendenveruntreuung bzw. die Vermutung einer solchen zum Anlass um wenig oder nichts zu geben. Ungeachtet dieser schwachen Ausrede, muss jeder, dem Spendengelder anvertraut werden (ob als Organisation oder als Privatperson) höchste Integrität an den Tag legen. Die Grundlagen dieser Verwalterschaft erklärt der Autor ebenfalls unter Verwendung des zweiten Korintherbriefs. 

Kapitel 9 schließt die Ausführungen des Buches mit einer Beschreibung des Weges zu echtem geistlichen Wohlstand. Am biblischen Prinzip des Säen und Erntens bestimmt sich unser Reichtum. Wer gibt, soviel er kann, der ist reich in Gottes Augen und wird einen reichen Lohn als Segen ernten. 

Im Anhang klärt der Autor noch darüber auf, wie Christen mit dem Thema Glücksspiel umgehen sollten, das in vielen Gesellschaften zerstörerische Kraft entfaltet. Es werden mehrere Gründe dargelegt, warum wir als Christen Glücksspiel entschieden ablehnen sollten. 

Fazit

Wer gerne wissen möchte, was die Bibel uns zum Umgang mit Geld zu sagen hat, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. In verständlichen und wie gewohnt klar strukturierten Gedanken bringt der Autor uns dieses Thema nahe. Jeder Christ hat die Aufgabe ein guter Verwalter des Reichtums zu sein, welcher ihm von Gott anvertraut wird. Dieses Buch ist ein sehr praktischer Leitfaden für viele Fragen rund um Geld und Geben. Jeder, der in irgendeiner Weise Gottes Reichtum verwaltet (ob viel oder wenig) sollte sich die Gedankenanstöße dieses Buches nicht entgehen lassen.