Andachten

Werke – ihre Bedeutung für junge Christen (1)

Ebenso ermahne die jungen Männer, besonnen zu sein, indem du in allem dich selbst als ein Vorbild guter Werke darstellst! (Titus 2,6-7a)

Junge Männer sind voller Tatendrang und beeinflussen sich gegenseitig stark. Deshalb brauchen sie unbedingt gute Vorbilder, damit ihr Eifer nicht fehlgeleitet wird. (Alles hier Gesagte gilt auch für junge Frauen). Auf Kreta war dies nicht anders, wo sich Titus befand, als Paulus ihm diesen Brief schrieb.

Es gab in den Gemeinden der Kreter großes Potential zu falscher Beeinflussung und ungesunder Gemeinschaft. In Kapitel eins spricht Paulus von „vielen Aufsässigen“, die „hohle und leere Schwätzer und Betrüger“ waren, die lehrten was sich nicht geziemte. Sie gaben vor Gott zu kennen, verleugneten diese Behauptung jedoch mit ihren Werken, waren abscheulich und ungehorsam und zu guten Werken unbewährt. (Kapitel 1,10.11.16)

Paulus appeliert nun an Titus, indem er ihm klar macht, dass junge Männer andere, bessere Vorbilder benötigen. Vor allem benötigen junge Männer Besonnenheit. In ihrem Eifer übersehen sie das oft. Titus bekam von Paulus die Aufgabe, die jungen Männer zur Besonnenheit zu ermahnen. Besonnenheit kann in diesem Zusammenhang als geistliche Tugend des Erkennens der richtigen Verhaltensweise zur richtigen Zeit verstanden werden.

Interesannt ist, dass Titus eine besondere Methode anwenden soll: er soll sich selbst zum Vorbild guter Werke machen! Er sollte nicht auf die hitzigen Gemüter einpredigen, sondern ihnen gezielt durch gute Werke ein gutes Vorbild sein (bei unbesonnenen Menschen helfen Worte wenig). In einem Umfeld, in welchem es viele Aufsässige gab, musste Titus besonnener Lebenswandel lauter schreien als eine Stimme es je vermochte. 

Ich erinnere mich, dass ich als Kind am meisten beschämt wurde, wenn ich bockte, den Gehorsam verweigerte und meine Eltern ohne ein Wort des Tadelns selbst die Dinge erledigten, die mir aufgetragen waren. Die Lektion saß tief; nochmal würde ich mich in dieser Situation nicht so verhalten. Auch wir haben den Auftrag genauso zu leben, wie Paulus es von Titus fordert. Junge Menschen brauchen Vorbilder in Christus, die ihnen die guten Werke still vorleben. Unweise Verhaltensweisen werden so stillschweigend verurteilt und die jungen Gläubigen lernen, es ihren Vorbildern nachzutun. 

Egal ob wir jung oder schon etwas älter sind, dieser Vers fordert uns in zweifacher Hinsicht heraus: Erstens sollten wir uns fragen, ob wir einen unbesonnenen Lebenswandel führen und uns häufig durch eine unweise, impulsive Art versündigen. Ist dies der Fall, suche Gnade und Vergebung bei Gott! Zweitens muss es unser Bestreben sein, durch die Gnade Gottes zu Vorbildern guter Werke in Christus heranzureifen. Es gilt, mich immer wieder zu prüfen und zu hinterfragen, ob ich wirklich auf diesem gesunden Pfad geistlichen Wachstums gehe, oder ob ich mich selbst täusche und mit meinen Werken Gottes Gnade in meinem Leben verleugne.

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