Andachten

Das Wort Gottes (5): Es wirkt Freude

Und ich will mich erfreuen an deinen Geboten, die ich liebe. Ich will meine Hände ausstrecken nach deinen Geboten, die ich liebe, und will über deine Anweisungen nachsinnen. (Psalm 119,47‭.48)

Heute geht es darum, wie das Wort Gottes in seiner vielfältigen Wirkungsweise und seiner mächtigen Kraft Freude in dem Herzen des erlösten Sünders (desjenigen, der durch den Heiligen Geist dazu befähigt wurde, Gottes Gebote zu halten) arbeitet.

(Das Gesetz und das Wort Gottes werden hier immer wieder austauschbar verwendet, was daran liegt, dass das Wort Gottes zu Davids Zeit auch nur aus dem Gesetz bestand. Traditionell wird der Tanach in Ketuvim [Schriften], die Tora [Weisung, das eigentliche Gesetz] und später noch Nevi’im [Propheten] gegliedert, jedoch kann man den Begriff Gesetz auch für die ganze damals vorhandene Schrift gebrauchen, was auch den weisenden Charakter der ganzen Schrift, über die Tora hinaus, bezeugt.)

Dieses ganze inspirierte Wort Gottes, das ihm Weisung für sein Leben gab, bereitete ihm unaussprechliche Freude, ja er liebte das Gesetz. Die Freude und die Liebe zur Schrift gingen bei David Hand in Hand. Die Freude, die Gott uns schenkt, muss nicht erst erarbeitet werden. Die Freude an Gottes Wort resultiert aus der Freude an ihm selbst, an seinem Wesen, an seiner grenzenlosen Herrlichkeit. So verhält es sich auch mit der Liebe zu Gottes Wort. Und diese beiden motivieren uns dann zusammen zum Gehorsam. Johannes erklärt: Wer Gott liebt, hält seine Gebote. (vgl. Joh 14,21; 1. Joh 5,3) Ich denke, er hätte auch noch schreiben können: Wer sich an ihm erfreut, hält seine Gebote. Ich glaube nicht, dass man hier eine Trennung vornehmen muss, so als gäbe es ein freudloses Lieben. Ein 80-jähriger legte einmal Zeugnis über seine Ehe ab und sagte, er hätte in all den vielen Ehejahren seine Frau nicht einmal zur Tür hereinkommen sehen, ohne sich an ihr zu erfreuen.

Anwendung

Wenn wir Gott lieben und uns von Herzen an ihm erfreuen, beginnen wir automatisch alles zu hassen und zu verabscheuen, was nicht seinem Wesen entspricht. Wir wollen gar nicht mehr sündigen. Wir merken, wie entscheidend Freude an und Liebe für Gott Wort ist. Lesen wir doch mehr mit diesem Ziel in Gottes Wort und weniger um unser bloßes theologisches Wissen anzureichern.

Abermals sage ich euch, freuet euch! (Philipper 4,4)