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Buchbesprechung: Attributes of God

Der Autor

Arthur W. Pink, ein Pastor, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert in den USA, in Australien, England und Schottland gewirkt hat, gibt in seinem Buch Attributes of God eine detaillierte Zusammenfassung über die wahre Theologie, die Lehre von Gott. In seinem kurzen Vorwort formuliert er einen Satz, mit dem der Grund für dieses Buch umrissen werden könnte: “Eine geistliche und rettende Erkenntnis Gottes ist es, was jedes menschliche Wesen am nötigsten hat.”

Inhalt

Ohne lange Umschweife beginnt er direkt mit seinem ersten Kapitel, in welchem er die erste von den siebzehn in diesem Buch beschriebenen Eigenschaften Gottes behandelt: die Alleinigkeit Gottes. In Seinem Wesen ist Gott der Einzige. Niemand außer Ihm besteht schon immer – alles andere wurde zu einem Zeitpunkt geschaffen. Gott musste auch nichts schaffen; Er hätte für alle Ewigkeit alleine bleiben können, doch er entschied sich für das Erschaffen. Somit liegt der Grund, warum die Schöpfung (das Universum, die Menschen, …) besteht, in Seinem souveränen Willen. Wir können Gott auch nicht mit unseren Fähigkeiten oder unserem Intellekt erforschen. Der einzige Grund, warum wir etwas von Ihm wissen können, ist, dass Er Sich uns offenbart. Weil er Sich offenbart, appelliert Pink an die Leser, diese Offenbarung mehr als alles andere zu suchen und in dem Verständnis von Gottes Wesen zu wachsen.

In dem zweiten Kapitel geht es um Gottes Ratschluss. Pink definiert diesen als Gottes Ziel und Bestimmung der zukünftigen Dinge. Er beschreibt ihn anhand zahlreicher Bibelstellen als weise, allein auf Gottes Willen zurückzuführen und vor der Zeit gefasst. Indem er darlegt, dass Gottes Ratschluss der Grund für Ereignisse der Zeit ist – vom größten bis zum kleinsten, vom Tod Christi am Kreuz bis zum Tod eines Spatzen –, beweist er außerordentliche exegetische Fähigkeiten und eine gute Schriftkenntnis.

Anschließend kommt er auf die Erkenntnis Gottes zu sprechen. Er erklärt die Bedeutung Seiner Allwissenheit im Allgemeinen und im Speziellen die Bedeutung für den Christen. Es ermutigt zum Gebet, zu wissen, dass Gott alles weiß, sieht und hört. Des Weiteren führt sie den Gläubigen in eine vertrauensvolle Haltung gegenüber dem allwissenden Gott, da dieser wissen darf, dass nichts geschieht, ohne dass Gott davon wüsste und es mit seinem Ratschluss übereinstimmt. Es bietet auch Trost zu wissen, dass Gott seine Kinder liebt, obwohl er jede ihrer Sünden und Verfehlungen schon im Voraus sah.

Eine sehr sorgfältige Abhandlung über die Vorkenntnis Gottes bietet das Kapitel vier. Die Ambivalenz der Bedeutung dieses Begriffs hat schon oft zu Kontroversen geführt. Er untersucht die Begriffe “kennen” und “zuvor kennen” im Neuen und Alten Testament und zeigt auf, dass dieser Begriff in seinem Kontext v.a. “(zuvor) lieben” oder “(zuvor) ersehen” bedeutet. Er führt drei Bibelstellen (Apg 2,23; Röm 8,29; 1. Pt 1,2) an, die dieses Wort beinhalten und zeigt auf, dass es sich ausschließlich auf Personen bezieht, niemals auf Handlungen (wie z.B. Buße oder Glauben). Er widerlegt schlüssig die Auffassung, Gott habe aufgrund eines vorhergesehenen Glaubens, die Menschen zum Heil auserwählt (2. Thess 2,13) und legt dar, dass die Vorkenntnis Gottes auf den Ratschluss Gottes zurückzuführen ist.

Um die Oberhoheit Gottes geht es fünften Kapitel. Der Autor übt Kritik an der Christenheit, da ihr das Bewusstsein von Gottes allmächtiger Herrschaft zu großen Teilen verloren gegangen ist.  Er stellt die absolute Herrschaft und Regierung Gottes über die ganze Welt und die ganze Schöpfung dar. Er führt Verse wie den folgenden an und legt sie aus: “Dein, o HERR, ist die Majestät, die Gewalt, die Herrlichkeit, der Glanz und der Ruhm! Denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist Dein. Dein, HERR, ist das Reich, und Du bist als Haupt über alles erhaben! Reichtum und Ehre sind vor Deinem Angesicht! Du herrschst über alles; in deiner Hand stehen Kraft und Macht; in deiner Hand steht es, jedermann groß und stark zu machen!‭” ‭(1. Chronik‬ ‭29,11.12‬).

Im Anschluss kommt er auf die Souveränität Gottes zu sprechen, die er als die Ausführung von Gottes Oberhoheit definiert. Er beschreibt, wie sich das Bewusstsein dieser Souveränität im Leben eines Gläubigen niederschlägt – im Trost; zu wissen, dass Gott alles wirkt, wie es Ihm wohlgefällt (vgl. Ps 135,6). Gleichzeitig sei es eine Lehre, die von Unwissenden am meisten gehasst oder geleugnet werde. Er beschreibt Gott im Angesicht Seiner Souveränität als unangefochten in Seiner Majestät, unbegrenzt in Seiner Macht und von nichts anderem beeinflusst. Pink führt einige biblische Berichte an, wie z.B. die Erschaffung des Menschen und dessen Einsetzung auf ein bedingtes Fundament, die die Souveränität Gottes deutlich offenbaren. Er erklärt, was Er stattdessen hätte tun können, es jedoch nicht tat, weil Er souverän ist.

Die Unwandelbarkeit Gottes ist der Gegenstand des siebten Kapitels. Eine weitere Eigenschaft, die Gott von allem Geschaffenen unterscheidet und über die zu wenig nachgedacht wird. Beschrieben wird erstens die Unwandelbarkeit Gottes in Seiner Existenz, zweitens die Unwandelbarkeit Seiner Eigenschaften und drittens die Unabänderlichkeit Seines Ratschlusses. Letztere wird weiter ausgeführt anhand von Bibelstellen und Überlegungen dazu. Für die Gläubigen birgt diese Eigenschaft Gottes Trost und Ermutigung zum Gebet, weil sie wissen dürfen, dass ihr Gebet nicht zu einem Chamäleon kommt, dass seine Farbe ständig ändert, sondern zu einem Gott, der hört und konstant in Seinem Handeln ist.

Im achten Kapitel geht es um die Heiligkeit Gottes. Diese Eigenschaft hebt sich in besonderer Weise von allen anderen Eigenschaften Gottes hervor. Seine Heiligkeit wird als Seine Schönheit beschrieben. In Seiner Reinheit und moralischer Vollkommenheit ist Er der Einzige und sie bildet den Rahmen für Gottes ganzes Wesen – sie umschließt alle Seine übrigen Eigenschaften. Gottes Heiligkeit ist eine viel gepriesene Eigenschaft Gottes und der Gegensatz zu allen geschaffenen Wesen, selbst den sündlosen Engeln. Pink beschreibt drei Dinge, durch die Heiligkeit Gottes manifestiert wird: Seine Werke, Sein Gesetz und das Kreuz. Gottes Heiligkeit ist es auch, was Ihn alle Sünde hassen und alles Gerechte lieben lässt.

Um die Kraft Gottes geht es im nächsten Kapitel. Sie wird beschrieben als die Fähigkeit und Stärke, durch die Gott alles geschehen machen kann, was Sein Ratschluss beinhaltet. Seine Kraft ist so wie Er selbst – in sich selbst bestehend und selbsterhaltend. Sie ist grenzenlos, es gibt nichts, was sie nicht bewirken könnte. Diese Kraft hat nur Gott allein. Kraft ist außerdem ein Name Gottes. Der Autor führt einen Gedanken besonders anschaulich aus: Das was wir von Gottes Kraft sichtbar (z.B. durch die Schöpfung) oder unsichtbar (z.B. Sein Wirken an uns) wahrnehmen können entspricht bei Weitem nicht der Größe, die sie tatsächlich hat. Gottes Kraft ist es auch, die die Erde bewahrt, Menschen am Leben erhält und durch die Gott herrscht.

Kapitel zehn behandelt die Treue Gottes, die Sicherheit, dass Gott zu dem steht, was Er sagt. Auch in diesem Punkt unterscheidet Er sich grundlegend von der menschlichen Natur, die egozentrisch  ist und damit prinzipiell zu Untreue neigt, einer der herausragendsten Sünden in dieser Welt. Es werden mehrere Illustrationen aus der Bibel angeführt, die die Treue Gotte veranschaulichen. Der Autor hebt auch auf wunderbare Weise die Treue Gottes im Leben des Christen hervor. Gott ist treu im Bewahren, im Führen und im Verherrlichen Seiner Kinder. Gott ist nicht nur “treu im Leid”, sondern weil Gott treu ist, gibt es Leid in unserem Leben. Er hat verheißen,  Sein Werk in den Gläubigen zu vollenden und sie zu verändern und gerade dazu benutzt Er auch das Leid. Das ist ein wunderbar tröstender Gedanke für den Christen.

Im elften Kapitel wird die Güte Gottes (engl. goodness) besprochen. Gemeint ist die Perfektion Seiner Gedanken und seine moralische Vollkommenheit. Er ist der Einzige, der in Seiner Essenz vollkommen gut ist, alles andere ist nur teilweise gut und das auch nur, weil Gott Gutes daran wirkt. Das Gute im Christen ist nur ein Tropfen verglichen mit dem endlosen Ozean der Güte Gottes. Weil von Gott alles Gute ausströmt, sind auch Seine Ratschlüsse, Seine Schöpfung, Seine Gesetze und Seine Vorkenntnis gut. Das wird auch darin sichtbar, wie Gott die Welt erhält und dass Er für Seine Geschöpfe alles bereitstellt, was sie zum Leben brauchen und sie darüber hinaus in eine wunderschöne Schöpfung stellt, so dass sie sich an ihr erfreuen können (z.B. Blumen, Gerüche oder Geschmäcker). Dazu wird folgender Vers angeführt: “Der HERR ist gegen alle gütig, und seine Barmherzigkeit erstreckt sich über alle seine Werke.” (‭‭Psalm ‭145,9).

Das zwölfte Kapitel handelt von der Geduld Gottes, einer Eigenschaft Gottes, über die nicht sehr viel nachgedacht und geschrieben wird. Sie wird beschrieben als die Macht, sich selbst zu beherrschen. Das erkennt man an dem Bericht aus 4. Mose 14, wo beschrieben ist, wie Israel bei Kadesch-Barnea schwer gegen Gott sündigt und dieser sie vertilgen will, aber nach Moses Flehen Geduld an ihnen übt und sie verschont. Dies wird auch in Römer 9,22 deutlich: Obwohl Gott willens ist, Seinen Zorn und Seine Macht zu erzeigen, erträgt Er die zum Verderben zugerichteten Gefäße mit Langmut. Das ist der Grund, warum Gott den Menschen in Noahs Zeit 120 Jahre Zeit zur Umkehr gab, warum Er Menschen, die dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erweisen anstatt dem Schöpfer, die die widerlichsten Sünden gegen Gott begehen und auch noch Gefallen daran haben (vgl. Röm 1,19-26), in Langmut erträgt und sie nicht sofort vernichtet. Geduld ist erstens ein Titel von Gott (Der Gott des Ausharrens in Röm 15,5), zweitens ist sie eine Seiner exzellenten Eigenschaften und drittens ist die Geduld Gottes ein vorbildhaftes Muster für uns. Wie können wir noch nach Vergeltung und Selbstgerechtigkeit streben, wenn wir bedenken wie unendlich geduldig Gott mit uns ist?

Im dreizehnten Kapitel wird die Gnade Gottes umfassend und präzise dargelegt. Sie unterscheidet sich von der Barmherzigkeit Gottes in dem Sinn, dass die Gnade Gottes nur denen widerfährt, die zu den Erwählten Gottes gehören. Gottes Gnade ist die souveräne und rettende Zuwendung an einen Menschen. Der Autor nennt drei Prinzipien der göttlichen Gnade: 1. Sie ist ewig, das bedeutet, sie wurde schon vor der Zeit bestimmt und in der Zeit ausgeführt. 2. Sie ist frei, sie kann nicht verdient oder erarbeitet werden. 3. Sie ist souverän, das heißt, Gott gibt sie wem Er will. Daraus folgt, dass es eine unterscheidende Gnade ist, was am Beispiel des ehemaligen Götzendieners Abram, des einstigen blutrünstigen Christenverfolgers Saulus und der in den abscheulichsten Sünden lebenden Korinther aufgezeigt wird. Diese Gnade wurde manifestiert durch das Werk Jesu Christi, der stellvertretend für die Sünde Seines Volkes starb. Die Gnade wird in dem Evangelium proklamiert, was den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit ist. Das liegt daran, dass bei der Gnade kein Raum für den menschlichen Stolz bleibt. Sie setzt alle Menschen auf dieselbe Stufe. Der keusch lebende Moralist ist in genau demselben verdorbenen und hilflosen Zustand wie der wollüstige Verbrecher. Am Schluss des Kapitels stellt der Autor die Verhältnisse der Gnade Gottes in der Dreieinigkeit dar: Der Vater ist die Quelle aller Gnade, da Er den ewigen Bund der Erlösung geschlossen hat. Der Sohn ist der einzige Kanal, durch den die Gnade fließt. Der Heilige Geist wendet die rettende Gnade auf den Menschen an und bricht seinen rebellischen Willen.

Im nächsten Kapitel geht es um die Barmherzigkeit Gottes, eine ebenfalls vielgepriesene Eigenschaft Gottes. Sie ist groß, reichlich, liebevoll, überströmend und ewig für die, die Gott fürchten. Sie hat ihren Ursprung in der Güte Gottes. Gott begegnet mit Seiner Barmherzigkeit nicht nur Seinen Erwählten, sondern allen Menschen ja sogar der ganzen Schöpfung (vgl. Ps 145,9). Er lässt es gleichermaßen über Gerechte und Ungerechte regnen. Jedoch wird zwischen einer allgemeinen Barmherzigkeit, die sich in dem Erhalten der ganzen Schöpfung äußert, und einer speziellen Barmherzigkeit unterschieden; letztere äußert sich in der Errettung von Sündern. Diese erweist Gott nur Seinen Erwählten. Es taucht die Fragestellung auf, wie Gottes Barmherzigkeit ewig während sein kann, wo doch den Gefäßen zur Unehre auch die Barmherzigkeit Gottes widerfährt und sie nach ihrem Gericht in den ewigen Feuersee geworfen werden. Der Autor löst dieses Problem sorgfältig, indem er aufzeigt, dass man beachten muss, wem eine ewige Barmherzigkeit zugesagt wird – nur den Erretteten. Es ist somit ein Akt der Barmherzigkeit (gegenüber den Erretteten), wenn Gott die Verlorenen richten wird, da die Erwählten nicht mehr länger mit der Gemeinschaft der Kinder Satans konfrontiert werden müssen. Es wird auch u.a. am Beispiel der Engel, deutlich aufgezeigt, was der Unterschied zwischen Gnade und Barmherzigkeit ist. Letztere haben die Engel nie erfahren, weil sie sie nie benötigt haben. Es war allerdings die Gnade Gottes, die sie davor bewahrt hat, zu fallen und zu Engel Satans zu werden.

Nun kommen wir in dem Buch zu einer weiteren Beschreibung der Natur Gottes, nämlich der Liebe Gottes, die sich insofern von einer Eigenschaft abhebt, als dass Gott nicht nur liebend sondern die Liebe selbst ist. Seine Liebe wird anhand passenderweise mit sieben Eigenschaften gekennzeichnet: 1. Sie ist von nichts beeinflusst, d.h. es gibt nichts, was Seine Liebe hervorrufen oder bewirken könnte. 2. Sie ist ewig. Das ist sehr wichtig. Wenn Gott ewig ist, dann ist auch Seine Liebe ewig. Er hat Seine Liebe schon auf die Seinen gerichtet, bevor Er sie und die Welt erschuf. 3. Sie ist souverän. Das ist offensichtlich, da es nichts gibt, da es kein Gesetz und keine Verpflichtung gibt, dem sich Seine Liebe fügen müsste. Wem er Seine Liebe erweist, ist also nur eine Sache Seines königlichen Wohlgefallens. 4. Sie ist endlos. Dies wird an vielen Stellen der Schrift deutlich und es ist auch logisch, da Gott selbst ewig ist. Das bedeutet, dass die von Ihm Geliebten für immer in Seiner Liebe bleiben. 5. Gottes Liebe ist unveränderlich. Johannes 13,1 bezeugt, dass Jesus die Seinen, die in der Welt waren, bis ans Ende liebte. Einer von ihnen verleugnete ihn mit Schwüren, viele anderen, die ihm nachfolgten, verließen ihn in derselben Nacht. Dennoch endete Jesu Liebe zu Ihnen nicht. Auch der Apostel Paulus erklärt ihn Römer 8, dass den wiedergeborenen Christen nichts von dieser göttlichen Liebe trennen kann. 6. Sie ist heilig, sie gründet sich nicht auf Sentimentalität, Leidenschaft oder Willkür. Außerdem beinhaltet sie auch Strafe und Züchtigung, nicht nur Sanftheit. 7. Sie ist gnädig. Gottes Wohlwollen und Seine Liebe können nicht getrennt werden. Es ist nur unverdiente Gnade, dass Gott uns liebt. Jesus Christus starb auch nicht am Kreuz, damit Gott Menschen lieben kann, sondern gerade weil Gott die Seinen liebte, ließ er Seinen Sohn an unserer Stelle Seinen Zorn tragen. Diese Eigenschaften geben uns allen Grund zu einem überfließenden Vertrauen auf Gott und zu dem Wunsch mehr von Seiner Liebe zu verstehen und sich ihrer noch mehr bewusst zu werden.

Der Zorn Gottes ist der Inhalt des sechzehnten Kapitels, eine göttliche Eigenschaft, über die leider allzu oft geschwiegen wird obwohl die Bibel sie ausführlicher und öfter beschreibt als die Liebe oder die Gnade Gottes. Der hier beschriebene Zorn Gottes ist die ewige Folge aller Ungerechtigkeit. Er wird offenbar werden vom Himmel her über alle Gottlosigkeit der Menschen (vgl. Röm 1,18). Gottes Zorn ist fest beschlossen. Wenn in der Bibel berichtet wird, dass Gott schwört dann geht es dabei entweder um Versprechen oder um Androhungen (vgl. 5. Mo 1,34). Der Autor erachtet den Zorn Gottes als etwas, über das wir als Christen regelmäßig nachsinnen sollten, zum einen damit wir einen tieferen Eindruck davon bekommen, wie sehr Gott die Sünde verabscheut, zum anderen um ein tiefe Gottesfurcht zu bekommen (vgl. Hebr 12,28-29) aber auch um uns in große Dankbarkeit zu führen, weil Er uns von Seinem Zorn befreit hat. Wie wir über Gottes Zorn denken, ist ein Prüfstein für unsere Beziehung zu Ihm. In unserer Verkündigung des Evangeliums muss der Zorn Gottes deutlich erklärt werden, da wir sonst ein verkapptes, kraftloses Evangelium predigen.

Im letzten Kapitel dieses Buches geht es nicht um eine Eigenschaft sondern um die Betrachtung Gottes, also darum, wie wir über Gott nachdenken. Wir als begrenzte Geschöpfe, werden niemals dazu in der Lage sein, die Tiefen Gottes gänzlich zu erforschen. Das sollte uns aber nicht davor abschrecken, Gottes Wesen immer weiter zu studieren und Ihn immer besser kennen zu lernen. Unsere Gotteserkenntnis wird sich, wenn wir einmal im Himmel sind auf einen Schlag wesentlich verändern, wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen und Ihn erkennen, wie wir erkannt worden sind. Das bedeutet aber nicht, dass unser Erforschen des Wesens Gottes dann ein Ende haben wird, Gott wird immer ein unausforschlicher Gott bleiben. Ein zweiter Gedanke dazu ist der, dass die Betrachtung Seines Wesens auf Seine Allgenügsamkeit schließen lässt. Die Bedeutung davon für unser persönliches Glaubensleben ist die folgende: Weil Gott in sich selbst allgenügsam ist, liegt auch unsere wahre Freude und Erfüllung nur in Ihm. „Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf Ihn hoffen.“ ‭(Kla‬ ‭3,24‬)

Fazit

Dieses Buch umfasst eine umfassende und präzise Erklärung davon, wie die Bibel Gottes Eigenschaften beschreibt. Der Autor versteht es, die Gesamtaussage der Schrift über eine bestimmte Eigenschaft Gottes detailliert wiederzugeben. Man spürt ihm auch eine sehr ehrfürchtige Haltung gegenüber Gott ab. Auch vermittelt er dem Leser in jedem Kapitel, die Bedeutung der jeweiligen Eigenschaft für das persönliche Glaubensleben und die Wichtigkeit der Betrachtung und des sorgfältigen Studiums von Gottes Wesen. Der Mensch und alle anderen geschaffenen Wesen werden immer wieder von dem ewigen Gott kontrastiert und das aus gutem Grund: Der Mensch in seiner gefallenen Natur neigt immer dazu, Gott dem Menschen gleichzusetzen (vgl. Ps 50,21). Die Erkenntnis Gottes übersteigt alles an Umfang, Wert und Bedeutung, was der Mensch je zu erfassen in der Lage ist. Nichts ist wichtiger und gesünder für das Glaubensleben eines Christen. Nichts bewirkt mehr geistlichen Wachstum im Leben des Christen und vertieft die Beziehung zwischen ihm und Gott stärker. Gott selbst ist der Mittelpunkt allen Seins und darum sollte Er auch der Mittelpunkt unseres Lebens, unseres Denkens, unseres Bibelstudiums, unserer Evangeliumspredigt und unserer zwischenmenschlichen Beziehungen sein. “Dem König der Ewigkeit aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen Gott, sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.” (1. Tim ‭1:17‬).