Andachten

Werke – eine Frucht der Errettung (2)

Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken. (Titus 2,14)

Im ersten Teil haben wir gesehen, dass jeder Christ danach trachten sollte, besonnen zu leben um darin zum Vorbild guter Werke, insbesondere für junge Gläubige zu werden. Heute möchten wir betrachten, woher unser Verlangen kommt, gute Werke zu tun.

Unser heutiger Vers spricht davon, dass Christus bereits eine feste Vorstellung von dem Leben der Menschen hatte, die er erlösen würde, bevor er sein Leben hingab. Er gab sein Leben hin, um uns von unserer Gesetzlosigkeit loszukaufen (der wir als Sklaven dienten, deshalb der Begriff des "Loskaufens"). Er reinigte für sich selbst ein Eigentumsvolk. Christus will nicht irgendein beliebiges Volk, nein, sein Volk gehört ihm und es ist losgekauft von seiner früheren Gesetzlosigkeit. Sein Volk soll diesem Maßstab entsprechen! Der letzte Teil des Verses zeigt, dass Christus uns zu seinem Eigentum machte und uns loskaufte, damit wir nun eifrig sind in guten Werken. Früher stand uns der Sinn nicht danach, Gutes zu tun (außer uns selbst natürlich). Bei unserer Errettung bekamen wir jedoch einen neuen Sinn. Nun wollen wir eifrig Gutes wirken, weil wir Jesu Eigentum und freigemacht sind von der Herrschaft der Sünde (Gesetzlosigkeit).

Wir sehen, dass dieser Eifer eine Folge des Werkes Christi ist, genauer gesagt, eine Folge der Erlösung, die er uns gab. Nach unserer Wiedergeburt, unterweist uns die Gnade Gottes, damit wir besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dieser Welt (2,12). Es geht hier wohlgemerkt nicht darum, durch unsere Werke einen Teil des "Erlösungspreises" zurückzukaufen, den Jesus für uns bezahlte. Aber bei der Wiedergeburt wurden wir erneuert und Jesus begann den Prozess der Heiligung in uns, den er nach seiner Zusage auch vollenden wird (Phil 1,6).

Die natürlichste Reaktion eines Kindes Gottes ist es nun, eifrig nach Außen zu bestätigen, was am inneren Menschen geschehen ist: eine völlige Erneuerung. Wenn wir früher eifrig und mit Hingabe Böses taten, wie viel mehr sollten wir nun, da wir errettet und erneuert sind Gott mit unserem Leben verherrlichen? Es gab auf Kreta Menschen, die Werke bestenfalls als Nebensache betrachteten. Doch dies ist keinesfalls richtig. Titus musste diese Lebensweise lehren und mit Nachdruck ermahnen und überführen. Werke sind ein zwingender und schöner Ausdruck dessen, was Christus an uns getan hat.

Werke schmücken nicht unsere eigene Gerechtigkeit vor Gott. Werke schmücken die Gerechtigkeit, die wir von Gott empfangen haben und bringen darum ihm allein die Ehre. Eifrig gute Werke zu tun ist ein Anzeichen dessen, dass wir zu dem glückseligen Eigentumsvolk Gottes gehören, dass er auch zu diesem Zweck losgekauft hat. Sind unsere Werke wirklich gut, verherrlichen sie den Urheber unserer Errettung und Heiligung: Gott selbst! Ist die Verherrlichung Gottes nicht etwas wofür es sich zu leben lohnt?