Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (3) Der allgegenwärtige Gott

Erklärung und biblische Grundlage

Bin ich nur ein Gott aus der Nähe, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott aus der Ferne? Oder kann sich jemand in Schlupfwinkeln verbergen, und ich, ich sähe ihn nicht?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der den Himmel und die Erde erfüllt?, spricht der HERR. (Jer 23,23-24)

Gott hat keine Größe oder räumliche Dimensionen. Er ist an jeder Stelle des Raumes – sei es an der tiefsten Stelle des Meeres, an der höchsten Stelle des höchsten Gipfels, in der ödesten verlassenen Wüste oder in der überfülltesten Stadt – mit seinem ganzen Wesen gegenwärtig. Es gibt keinen Platz oder Schlupfwinkel, wo Gott nicht ist, oder er nicht hinschauen würde.

David beschreibt das wunderbar in Ps 139,7-10:

Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da. Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. 

Gott ist überall. Sei dir dessen bewusst. Je stärker unser Empfinden dafür ist, dass Gott, egal wo wir uns befinden, immer gegenwärtig ist, desto mehr werden wir in Ehrfurcht vor ihm leben und seinen Willen tun. Stell dir vor – Gott sieht alles, was du tust und kennt auch alle deine Gedanken! Ist er nicht zu fürchten? (Ps 76,8)

Und doch, obwohl Gott überall ist, kann ihn doch der Raum nicht fassen.

Ja, sollte Gott wirklich auf der Erde wohnen? Siehe, der Himmel und die Himmel der Himmel können dich nicht fassen; wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe! (1. Kön 8,27)

Apostelgeschichte 7,48 erklärt uns auch, dass der Höchste nicht in Wohnungen wohnt, die mit Händen gemacht sind. Gott ist sogar, obgleich er den ganzen Raum erfüllt, größer als alle Dimensionen des Universums.

Anwendung

Warum ist die Tatsache, dass Gott an jedem einzelnen erdenklichen Flecken auf der Erde und im Universum ist, nun wichtig für uns?

Nun, Gott will Ehre und er teilt diese mit niemandem (Jes 48,11)! Wenn wir ihn bewundern und bestaunen und ihn allein anbeten, so ehrt ihn das. Deshalb lasst uns heute anbetend vor dem allgegenwärtigen Gott niederfallen und ihn mit größtem Erstaunen betrachten.

Gottes Allgegenwart bedeutet aber für uns auch noch, dass er alles erhält (Kol 1,17). Würde sich Gott unserer Erde oder dem Universum entziehen, würde alles, was existiert in sich zusammenfallen. Ohne Gottes erhaltende Macht, sind wir Nichts. Gott muss jedes einzelne Atom, jedes Molekül, jedes Elektron erhalten und ihm den rechten Platz zuweisen.

Gottes Gegenwart heißt aber auch Segen für die Seinen. Vor Gottes Angesicht sind Freuden in Fülle (Ps 16,11) und sein leuchtendes Angesicht über uns bedeutet reinen Segen (4. Mo 6-24-26).

Herman Bavnick beschreibt in The Doctrine of God die praktische Anwendung, die sich aus der Tatsache der Allgegenwart Gottes ergibt:

Wenn du etwas Böses tun willst, ziehst du dich aus der Öffentlichkeit in dein Haus zurück, wo kein Freund dich sehen kann; von jenen Stätten deines Hauses, die offen und für die Augen der Menschen sichtbar sind, begibst du dich in dein Zimmer. Sogar dort fürchtest du dich vor irgendwelchen Zeugen aus einer anderen Ecke; du ziehst dich in dein Herz zurück, und dort sinnst du nach: Er ist noch inwendiger als dein Herz. Wo auch immer du also hingeflohen sein magst, ist er schon da. Wohin willst du aus dir selbst fliehen? Wirst du dir nicht selbst überall dorthin folgen, wohin du fliehen wirst? Doch weil es jemanden gibt, der sogar noch inwendiger ist, als du es selbst bist, gibt es keinen Ort, wohin du vor einem zornigen Gott fliehen könntest außer zu einem versöhnten Gott. Es gibt überhaupt keinen Ort, wohin du fliehen kannst. Willst du vor ihm fliehen? Fliehe vielmehr zu ihm hin.

Einen schönen Tag euch in der Gegenwart Gottes.