Andachten

Schafe – in die Irre gehend oder vom guten Hirten geleitet?

Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; (Jesaja 53,6a)

Dieser Vers entstammt dem wunderschönen 53. Kapitel des Propheten Jesaja, welches in prophetischer Schau das Leben und Wirken des lang ersehnten Messias zeigt. Jedoch beinhaltet dieser Vers keine Voraussage der Zukunft, sondern zeigt den Zustand – in erster Linie – der Juden damals, aber auch von jedem einzelnen von uns.

Ausnahmslos können wir alle mit umherirrenden Schafen verglichen werden, welche sich allesamt auf ihren eigenen Weg wenden.

Jeder jüdische Leser dieses Verses verstand sofort das Bild, welches hinter den Schafen steckt. Schafe waren hilflose Geschöpfe, sie konnten zu leicht in die Irre geführt werden, waren unfähig den Weg nach Hause zu finden, verfingen sich ständig in dornigen Sträuchern, wenn niemand auf sie aufpasste und hatten so dringend einen guten Hirten nötig. Die Intention dieses Bildes von den Schafen war, dass genau diese Eigenschaften der Schafe auch für jeden Juden damals galten.

Ist das heute auch noch so? Heute in einer Gesellschaft, wo doch jeder problemlos sich selbst versorgen kann? Wo kaum mehr einer auf den anderen angewiesen ist, wo alle fähig sind, ihres eigenen Glückes Schmied zu sein? Darf und kann man wirklich sagen, dass jeder einzelne Mensch, der je gelebt hat und heute lebt, unfähig ist, sich selbst zu „weiden“? Brauchen die Menschen tatsächlich einen guten „Hirten“?

Vielleicht haben viele Menschen keine Probleme ihr Leben einigermaßen zu „meistern“. Ein guter Job, eine nette Familie, ein schönes Anwesen – damit lässt es sich leben. Wozu also einen Hirten? Ungeachtet der Tatsache, dass es gar keine Normalität heutzutage ist, dass einem das Leben „gelingt“, wird dabei ein Problem übersehen, dass jeder Mensch hat und KEIN Mensch aus sich selbst in den Griff bekommen hat.

Der Mensch ist, ja ich bin und wir sind BÖSE. Wir sind beladen mit Schuld. So hart das auch klingen mag, aber es ist in der Tat kein einziger Mensch gerecht, auch nicht einer (Röm 3,10). Wie gut unser Leben augenscheinlich auch sein mag – dieses Problem hat nie jemand überwunden und wird auch nie einer überwinden. Und diese Schuld bzw. Sünde verdient Strafe. Sie verdient den Tod und nichts anderes (Röm 6,23). Und weil niemand davon ausgenommen ist, völlig schuldbeladen und sündig zu sein, kann tatsächlich über jeden Menschen gesagt werden, dass er ein irrendes Schaf ist, welches ins Verderben läuft.

Wie unglaublich schön ist dann allerdings die zweite Hälfte des Verses: Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. (Jes 53,6b). Unser Problem muss nicht ungelöst bleiben. Es gibt jemanden, sein Name ist Jesus Christus, der ist der gute Hirte, der sich seiner Schafe annimmt und sein Leben für die Schafe lässt (Joh 10,11). Dieser befreit uns von Schuld, sodass unser Weg nicht mehr ins Verderben führt (Mt 7,13), sondern in das ewige Himmelreich.

Wir sind und bleiben Schafe. Doch gibt es den guten Hirten, der seine Schafe kennt und bewirkt, dass sie ihm folgen und der ihnen ewiges Leben gibt (Joh 10,27-28). Er wird niemals zulassen, dass ihm auch nur eines verloren geht (V. 28).

Was für ein Schaf bist du?