Andachten

Kernaussagen der kleinen Propheten (11/12)

 

„Da antwortete er und sprach zu mir: Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen.“ (Sach 4,6)

Der in Babylon geborene Priester Sacharja beauftragt nach dem Exil den judäischen Statthalter Serubbabel, den Tempel Gottes wieder aufzurichten. Hierbei wird Serubbabel jedoch ermutigt, indem Sacharja ihm ein besonderes Werkzeug zur Vollendung dieser gewaltigen Aufgabe zuteil werden läst: Der Geist Gottes! Im selben Atmenzug wird dabei der Fokus von der eigenen Kraft und Macht (andere übersetzen: „Heeresstärke“) weggelenkt – und zwar hin auf die wirkliche Kraft, die den Auserwählten Gottes Gelingen schenkt.

Wir finden in diesem sehr bekannten Vers in Sacharja ein göttliches Prinzip, welches 2500 Jahre später noch Gültigkeit hat: Aus eigener Kraft und Macht gelingt dem Gläubigen nichts. Das einzige was ihm gelingt, ist die Anhäufung von Enttäuschungen, wenn mal wieder die eigene Kraft das Hauptwerkzeug war.

Kennen wir das: Loslösen von Gebundenheiten? Aufgeben von schlechten Gewohnheiten? Radikaler Bruch mit Lieblingssünden? Hierbei wird je mehr ich meinen Fokus auf meine eigene Kraft setze, die Enttäuschung immer größer – weil das Gelingen in der eigenen Kraft statt im bewussten Verlassen auf den Heiligen Geist geschieht.

Sünde ist ein geistliches Problem. Sie entspringt unsichtbar im Herzen (nicht dem biologischen Muskel welcher Blut pumpt), dem Inneren des Menschen und wirkt sich sichtbar und vernehmbar äußerlich aus. Weil Sünde nun ein geistliches Problem ist, muss die Macht, welche an der Quelle der Sünde -nämlich am Herzen- ansetzt auch geistlich sein. Somit sind Muskelkraft, starkes Ego, eigener Wille und harte Anstrengung maximal temporär erfolgreich wirksam – jedoch scheitern diese kläglich! Diese menschlichen Wekrzeuge mögen nicht verkehrt sein, jedoch gleichen sie einer Schaufel oder einer Kelle im OP-Saal einer Klinik.

Ebenso verhält es sich bei geistlichen Aufgaben und Herausforderungen:
Eine gute Vorbereitung auf eine Predigt, eine Jugendstunde, ein seelsorgerliches Gespräch oder im evangelistischen Dienst sind allesamt von Gottes Heiligem Geist und dessen Gelingen abhängig! Sämtliche Kommentare, Bücher zur Vorbereitung, rhetorische Fähigkeiten und didaktische Fertigkeiten sind allesamt relevant und gut. Jedoch – ohne die Kraftwirkung des Heiligen Geistes – sind diese sang- und klanglos in ihrer Darbringung.

Gott möchte uns entlasten! Er möchte den Druck wegnehmen, so wie Er es bei Serubbabel tat. Welche Erleichterung, dass wir Gottes Geist haben, auf den wir uns berufen dürfen und hier unser Gelingen – sowohl in der Befreiung von Sünde als auch im Dienst – finden.