Andachten

Dein Sohn lebt

„Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war in Kapernaum ein königlicher Beamter, dessen Sohn krank war. Als dieser gehört hatte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm hin und bat, dass er herabkomme und seinen Sohn heile; denn er lag im Sterben. […] Jesus spricht zu ihm: Geh hin! Dein Sohn lebt. Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte und ging hin.“ (Johannes 4,46-50)

Als Jesus anfing Wunder und Zeichen unter dem Volk Israel zu wirken, lesen wir oft, dass da viele waren, die an seinen Namen glaubten, weil sie die Zeichen gesehen hatten, die er unter dem Volk tat. Bei dieser Begebenheit lesen wir nun, dass Jesus wieder in die Gegend kam, wo er auf einer Hochzeit Wasser zu Wein gemacht hatte. Dieses Wunder und die Zeichen, die er am Passahfest in Jerusalem getan hatte, hatten sich bestimmt auch in der Gegend um Kapernaum herumgesprochen. Vielleicht war der königliche Beamte, von dem wir hier lesen auch selbst bei einem dieser Wunder dabei gewesen.
Auf jeden Fall hört er, dass der Wundertäter Jesus wieder in der Gegend ist und macht sich deshalb sofort auf, geht persönlich zu ihm, da er in Jesus die letzte Chance auf Heilung für seinen todkranken Sohn sieht. Angesichts dieser Tatsachen erscheint uns die Reaktion von Jesus auf den ersten Blick etwas hart, da er dem königlichen Beamten, auf seine Bitte mit ihm mitzukommen nur entgegnet, dass er auch zu denen gehöre, die erst glauben, wenn sie Zeichen und Wunder gesehen haben. Doch welcher Vater oder welche Mutter würde so schnell aufgeben, wenn es um das Leben des eigenen Kindes geht? So auch dieser königliche Beamte, der zum zweiten Mal Jesus bittet, dass er mit ihm mitkommen solle, um sein Kind zu heilen. Jesus lässt sich auf die Bitte des Vaters ein und sagt, dass er nach Hause gehen soll, da sein Kind wieder gesund sei.
Ich habe mir die Frage gestellt, wie ich gehandelt hätte, wenn ich an der Stelle des königlichen Beamten gewesen wäre? Wäre ich mit dieser Antwort zufrieden gewesen oder hätte ich darauf bestanden, dass Jesus mit mir mitkommt, nur um auf Nummer sicher zu gehen?
Mich beeindruckt das Verhalten, dass der Vater hier an den Tag legt, indem er sich ohne Wiederworte auf den Heimweg macht und das nicht mit einem zweifelnden, sondern mit einem glaubenden Herzen. Er konnte nicht kurz zu Hause anrufen und überprüfen, ob Jesus seinen Sohn geheilt hatte. Alles was er hatte, waren die Worte Jesu, doch daran klammerte er sich im Glauben. Wie schön ist es dann zu sehen, dass der Sohn genau zu der Stunde wieder gesund wurde, in welcher Jesus zum königlichen Beamten sagte, dass sein Sohn gesund sei.
Mein persönlicher Wunsch ist es, dass wir wie dieser königliche Beamte lernen, Gott aufgrund seines Wortes und nicht wegen irgendwelcher besonderer Zeichen, zu glauben. Leider muss ich sagen, dass ich in meinem Leben oft feststelle, dass ich zuerst das Zeichen sehen will, damit ich glauben kann. Ich bete, dass wir darin wachsen Gott zu vertrauen, egal in welcher Situation wir gerade stecken, egal wie groß das Problem zu sein scheint und dass wir Gott glauben, wenn er sagt, dass er alle Umstände in unserem Leben zum Guten mitwirken lässt. Und wenn wir so im Glauben auf Gottes Wort vertrauen, bin ich mir sicher, dass wir auch Gottes Wunder sehen werden!