Andachten

Das Wort Gottes (7): Verlangen nach Gottes Wort

Meine Seele verlangt nach deiner Hilfe; ich hoffe auf dein Wort. Meine Augen verlangen nach deinem Wort und fragen: Wann wirst du mich trösten? Bin ich auch geworden wie ein Schlauch im Rauch, so habe ich doch deine Anweisungen nicht vergessen.
Psalm 119,81-83

Ein Schlauch war im Orient ein Gefäß zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten. Er war meist aus Leder und schrumpfte zusammen und wurde brüchig wenn er Rauch und Hitze ausgesetzt war.

So wie dieser Schlauch sind auch wir einem Rauch ausgesetzt – dem Rauch einer verdorbenen Welt, die unserer Seele oft zusetzt und ihr das Wasser entziehen will. Wir erleben immer mehr Werteverschiebungen, Verbrechen, Betrug, Streit, Misstrauen und mangelnde Gottesfurcht. Ein Mensch, der in Christus ist, steht dem allen nicht empfindunglos und ignorant gegenüber – es schmerzt ihn, es trocknet ihn aus. Auch der Rauch unserer eigenen Sündennatur ist maßgeblich daran beteiligt, uns alle Kraft und Freude zu rauben. Unser tägliches Versagen nimmt uns oftmals allen Mut und allen Antrieb, für Gott und seine Ehre zu leben.

Doch auch für dieses Problem bietet Gottes Wort eine wunderbare Lösung. Wir dürfen, wie der Psalmist, uns immer an die Anweisungen Gottes erinnern und zu seinem Wort, dem lebendigen Wasser kommen und uns damit füllen. So bleiben wir frisch und die zermürbendsten Situationen können uns nichts anhaben.

Wie in den Versen beschrieben ist Gottes Wort uns Hilfe, Hoffnung und Trost. Das setzt voraus, dass wir dessen bedürfen. Unser Verlangen nach Gottes Wort ist also nicht größer als unser Bewusstsein für unsere Hilfsbedürftigkeit und unsere verzweifelte Lage als geplagte, sündige Menschen.

Ich hoffe, dass wir Tag für Tag ein immer stärker werdendes Verlangen für Gottes Hilfe, die Er uns durch Sein Wort zuteil werden lassen möchte, entwickeln und dass unsere Hoffnung sich in allen Lebenslagen auf Ihn und Sein Wort allein gründet. Er kann uns durch sein Wort Trost und Erfüllung und alles, was wir für ein Leben im Rauch benötigen, geben.

Danken wir Ihm heute dafür!