Andachten

Kernaussagen der kleinen Propheten (12/12)

 

„Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Ordnungen abgewichen und habt sie nicht beachtet. Kehrt um zu mir! Und ich kehre um zu euch, spricht der HERR der Heerscharen. Ihr aber sagt: „Worin sollen wir umkehren? Darf ein Mensch Gott berauben? Ja, ihr beraubt mich! – Ihr aber sagt: „Worin haben wir dich beraubt?“ Im Zehnten und im Hebopfer.“
(Mal 3,7-8)

Der letzte Prophet im AT hat eine letzte Botschaft an Juda zu richten, um welche er ein ganzes Buch aufspannt: Gebt Gott das, was Ihm gebührt!

Bei der ersten Rückführung aus Babel kamen nur 50.000 Exilanten zurück nach Juda. Der Rest hatte es sich dort bereits bequem gemacht. Hierbei sind sowohl das Gesetz Gottes als auch das Bewusstsein ein auserwähltes Volk zu sein gänzlich abhanden gekommen. Die weiteren Rückkehrer sind hiervon auch geprägt worden, sodass Maleachi das Volk anklagte und zur Umkehr aufruft.
Den Menschen ist Gottes Gesetz so fremd geworden, dass sie sogar fragen musste, wo denn ihr Versagen sei! Ist das nicht unfassbar?

Maleachi zeigt ihnen deutlich auf, dass ihre Sünde im Berauben Gottes liegt. Juda hält nicht nur das zurück, was Gott gebührt, nein, es beraubt Gott! Dies ist ein deutlich stärkerer Ausdruck, wenn es darum geht, Gott etwas vorzuenthalten.
Hierbei handelt es sich um den Zehnten.

Wir wissen, dass dieses Gebot für uns aufgehoben ist und Gott unsere ehrliche, aufrichtige Gabe möchte. (2. Kor 9,7)
Dennoch halten wir andere Dinge Gott vor – ja wir berauben Ihn! -, wenn wir wertvolle Zeit, geschenkte Gaben, anvertraute Möglichkeiten und überlassene Fähigkeiten nicht zu Seiner Ehre und Seinem Ziel – Gottes Namen groß zu machen – einsetzen und uns mit gemütlichen Argumenten sogar rechtfertigen.
Vielleicht fragen auch wir schulterzuckend: „Gott, worin beraube ich dich denn?“

Wir berauben Gott Seiner Ehre, wenn wir die uns gegebenen Gelegenheiten bspw. im vertraulichen Gespräch mit einem Ungläubigen nicht im Hinblick auf Gottes Herrlichkeit einsetzen. Wir berauben Gott, wenn wir mit unseren Gaben, z.B. finanzieller oder materieller Ausstattung, lediglich für unsere Verwirklichung agieren. Wir berauben Gott, wenn anvertraute Zeit, bspw. Ferien oder flexible Arbeitszeiten nicht zum Wohle unserer Geschwister in deren Not oder Abhängigkeit von uns investiert wird. Wir berauben Gott schlichtweg immer dann, wenn wir reden könnten und es nicht tun, schweigen sollten und dabei reden, Zeit haben und diese vergeuden, Möglichkeiten klar erkennen und diese dahingehen lassen.
Alles, Zeit, Geld, Gaben, Talent, Möglichkeiten, Chancen, etc, ist letztenendes nicht für dessen Selbstzweck gegeben worden, sondern zum Einsatz und Dienst am Nächsten, was schlussendlich aus einem gottveränderten Herzen in Liebe und Demut vor Gott geschieht.

Worin beraubst Du Gott noch? Bitte Gott darum dir zu zeigen, worin du Ihn beraubst!
Für Bankraub stehen in Deutschland bis zu fünf Jahren Haft an. Deutlich härtere Verbrechen an Einzelpersonen oder der Gesellschaft werden teilweise milder bestraft. So enorm ist ein Raub juristisch in Deutschland geächtet. (§250, 2, StGB)
Wieviel mehr sollten wir uns bewusst sein, dass wir einen viel viel höheren, mächtigeren und gewaltigeren Gott berauben, wenn wir Ihm nicht das geben, was er uns ermöglicht hat zu tun?!

Dies ist sehr erschreckend, zugleich jedoch auch eine ausgesprochene Ehre für uns unzulängliche Geschöpfe: Wir dürfen unserem Gott das geben, was er in uns hinein gelegt hat. Was für eine Gnade.