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Warum die „Lehren der Gnade“ eine gute Nachricht sind

In diesem dünnen Buch geht der Autor John Benton auf die fünf elementaren Lehren der Gnade ein und zeigt hierbei in einer seelsorgerlichen Art und Weise auf, welche Notwendigkeit in deren Verkündigung liegt. Weiter legt er biblisch begründet dar, in welcher Verantwortung der Sünder vor Gott steht und wie dessen Ansicht über die Errettung Gott die größtmögliche Ehre erweist.

Inhalt

In fünf kurzen Kapiteln und einer abrundenden Schlussfolgerung geht John Benton auf die Lehren der Gnade ein und beleuchtet die Dringlichkeit, den Sünder zu überzeugen und zu ermahnen, sich mit Gott zu versöhnen.

Totale Verderbtheit des Menschen

Der Autor führt auf, in welch vernichtendem Dilemma sich der Sünder von Anbeginn seines Daseins befindet. Anhand von Eph 2,1-3 wird sein geistlich toter Zustand deklariert und die Unfähigkeit zur eigenen Umkehr aufgezeigt. Hierbei betont J. Benton drei Punkte, welche die Herrlichkeit dieser Verderbtheit unterstreichen sollen:
1. Diese Wahrheit stellt uns eine bittere Realität schonungslos vor Augen.
2. Diese Wahrheit macht mit dem Hintergrund der Gnade Gottes vertraut.
3. Diese Wahrheit fordert zur Schonungslosen Offenheit gegenüber Gott und uns selbst
heraus.

Nur das Bewusstsein der totalen Verderbtheit hält uns die Hoffnung auf des Evangeliums entgegen.


Bedingungslose Erwählung

In diesem Kapitel geht es um den Grund der Erwählung zum Heil. Unmissverständlich wird anhand zahlreicher Bibelstellen aufgezeigt, dass Gott nicht etwaige Entscheidungen und gute Werke als Gegenstand Seiner Erwählung in Seinem Vorherwissen zu Rate zog, sondern einzig und allein Seinen eigenen Vorsatz (2. Tim 1,9; 2. Thes 2,13).
Seelsorgerlich stellt J. Benton dar, dass Gott hierbei keine Ausnahmen bzgl. Nationen, Gruppen, Schichten usw. macht, sondern in Seiner freien Gnadenwahl Kriminelle, Homosexuelle, Heterosexuelle, Arme und Reiche, Lügner, Fanatiker und Mörder zum Gegenstand Seiner verändernden Gnade macht (1. Kor 6,9-11).
Argumentativ lässt sich anhand der Ausführung vermitteln: „Wenn Gott nun also alle möglichen Typen von Menschen nachweislich rettete – warum dann nicht auch Sie?“ Jeder darf zu Jesus Christus kommen, ungeachtet seines Standes und Lebenshistorie!


Eingeschränktes Sühneopfer

Nun zeigt der Autor auf, wem das Sühneopfer Christi galt (Eph 5,25; Joh 10,14-16). Dabei wird explizit der Fokus auf die Tatsache gelegt, dass Jesus kein potentielles allgemeines Opfer darbrachte, sondern persönliche und wirksame Sühne für die von Gott gezogenen Sünder. Diese Wahrheit stellt eine mindestens vierfache Ermutigung für uns Gläubige dar:
1. Der Christ darf wissen: Er ist mit Sicherheit gerettet! Jesu Blut ist schließlich für einen persönlich wirksam geworden!
2. Alle Gesetzlichkeiten und weitere Handlungen zum Bestehen vor Gott erhalten ihren Todesstoß!
3. Jesu Blick für den Einzelnen wird zu einem enormen Trost, da das größte Werk auf Erden für Einzelne galt!
4. Der Christ darf Heilsgewissheit haben in Zeiten der Anfechtung und Zweifel!

Hierbei zitiert der Autor C. H. Spurgeon, welcher einst die allgemeine Sühne der wirksamen Sühne im Bild von zwei Brücken gegenüber stellte:

Die allgemeine Sühne ist wie eine große breite Brücke, die den Fluss aber nur zur Hälfte überspannt. Sie sagt klipp und klar, dass sie nur den halben Weg verschafft; Sie stellt die Errettung keines Menschen sicher. Nun, ich würde meinen Fuß lieber auf eine schmale Brücke setzen, die bis zur anderen Seite reicht, statt auf eine Brücke, die breit wie die Welt ist, aber nicht bis auf die andere Seite führt.


Unwiderstehliche Gnade

Hierin wird aufgeführt, dass Gott in Christus ein geistliches Leben geschaffen und sichergestellt hat, sodass die entsprechende Reaktion die das Evangelium abverlangt, hierin beinhaltet sind. Dafür nimmt Benton den Pharisäer Saulus als Beispiel dem von Gott gesagt wird: „Saul, Saul! Warum verfolgst du mich? Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen!“ (Apg 26,14). So wie ein Viehhirte seinen Ochsen antreibt, trieb der Herr ihn auf den vorbestimmten Tag seiner Bekehrung (vgl. Gal 1,15). Deutlich betont der Autor, dass Gott hierbei den Sünder nicht gegen seinen Willen errettet, sondern vielmehr wird der moralische Wille als Folge der Neugeburt geändert. Der Sünder wird auch nicht zum willenlosen Roboter, sondern sieht sich in wunderbarer Weise angezogen vom Gegenstand seines neuen Verlangens.

Beharrlichkeit der Heiligen

In seinem letzten Punkt betont der Autor die besondere heilsame Qualität der Erlösung, welche ewig und in Gott geborgen sicher garantiert wird. Dabei zitiert er tröstlich im Hinblick auf Stunden der Niedergeschlagenheit  J. C. Ryle welcher schreibt:

Viele scheinen nicht zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen Rechtfertigung und Heiligung gibt. Unsere Rechtfertigung ist ein vollkommen abgeschlossenes Werk, bei dem es keine Stufen gibt. Unsere Heiligung ist ein unvollkommenes Werk und wird es auch bis zur letzten Stunde unseres Lebens auch bleiben.

Diese herrliche Wahrheit wird mit der  wunderbaren Bibelstellen aus Joh 10,27-30 eingehend untermauert.

Schluss

Am Ende des Buches werden abschließend drei elementare Vorzüge der Lehren der Gnade aufgezeigt:

1. Die Lehren der Gnade sind stichhaltige, liebevolle evangelistische Argumente, welche von Christus überzeugen und zu Ihm hin überführen.

2. Die Lehren der Gnade sind Trost und Ermutigung, welche geistliches Wachstum in der Gemeinde fördern und eine feste Sicht von Gott vermitteln.

3. Die Lehren der Gnade allein geben Gott allein die Herrlichkeit in Christus. Eine andere Sicht beraubt Gott Seiner alleinigen Ehre.

Fazit

Dieses Buch eignet sich hervorragend für jeden Gläubigen der in kurzen aber einprägsamen Kapiteln den Heilsweg Gottes verstehen oder in kurzweilig prägnanten Zügen wieder auffrischen will. Ebenso eignet sich diese schmale und 41-seitige Schrift als evangelistische Broschüre zum weitergeben, um Gottes Ratschluss gehorsam zu erfüllen: Sünder zu überführen und sie durch Christus retten zu lassen!