Andachten

Ich kann nicht schweigen…

Diese Andacht entstammt der Feder des englischen Puritaners Thomas Watson. Minimale Änderungen wurden vom Herausgeber dieser Andacht vorgenommen.

Denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden. (Apg 4,20)

Eine Frucht der Liebe ist Mut. Die Liebe ist tapfer. Sie macht eine ängstliche Person mutig. Liebe bewirkt, dass jemand den Mut dazu erhält, den größten Schwierigkeiten und Gefährdungen entgegenzutreten. Eine ängstliche Henne wird doch auf einen Hund zufliegen, sollten ihre Küken bedroht werden. So erfüllt die Liebe einen Christen auch mit einem Geist des Mutes und der Standhaftigkeit. Wer Gott liebt, wird sich für ihn einsetzen. Petrus und Johannes sagten, als sie vor dem Sanhedrin (Hohen Rat) standen: „Denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden.“

Wer Angst hat, sich zu Christus zu bekennen, der liebt ihn nur wenig. Nikodemus kam heimlich in der Nacht zu Christus. Er hatte Angst davor, tagsüber in seiner Gesellschaft gesehen zu werden. Doch … „die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus“ (1. Joh 4,18). Wie die Sonne den Nebel vertreibt, so vertreibt die Liebe zu Gott die sklavische Furcht. Was meint ihr: Kann es sein, dass ein Mensch, der Gott liebt, schweigt, wenn er hört, dass den heiligen Worten Gottes widersprochen wird? Wer seinen Freund liebt, würde doch Partei für ihn ergreifen, wenn er zu Unrecht bestraft wird? Christus tritt im Himmel für uns Menschen ein, die wir in allem gesündigt haben. Sollten wir uns dann davor fürchten, seine Sache auf der Erde zu  vertreten? Ich sagte bereits: Die Frucht der Liebe ist der Mut. Können wir von diesem Gott schweigen? Wie es auch in einem Lied heißt: „Ich kann nicht schweigen, von dem was du getan hast…“ Trauen wir uns, freimütig von ihm zu zeugen?