Andachten

Folgen aus der Vergebung in Psalm 51 (Einleitung)

„Wasche mich völlig von meiner Schuld, und reinige mich von meiner Sünde!“
„Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!“
(Psalm 51,4.12)

Wann hast du das letzte Mal gebeichtet? Vielleicht erklingt dies Wort uns komisch katholisch, aber es heißt nichts anders als „belichten“, so, als würde man einem morgens im Halbschlaf den Vorhang aufreißen, sodass die Sonne ins Gesicht knallt.

Einen solchen „Aufriss des Vorhangs“ erlebte auch König David, nachdem er Ehebruch beging und einen Auftragsmord erteilte. Gott brachte durch den Propheten Nathan nun Licht in sein Verborgenes hinein
Daraufhin hinterlässt uns David ein wunderbares Muster an aufrichtiger Buße und dem Wunsch nach inniger Gemeinschaft mit Gott.
Er beichtet alles, ohne Erklärungen und Rechtfertigung mit der Bitte um Waschung. Das Wort welches David hierbei verwendet, stammt aus dem Wortschatz der Walker. Dies waren Männer oder Frauen, die stinkende Wäsche unter Zugabe von Lauge vor den Stadttoren Jerusalems mittels heftigem kneten, pressen und wringen wuschen. Dieser Prozess – auf den Menschen angewandt –  ist durchaus schmerzhaft aber unumstößlich, wenn ein neues Herz geschaffen werden soll. Niemandem macht es Spaß, so durchgeknetet zu werden, doch David weiß, dass dies unter schmerzhaftem Belichten und den Konsequenzen daraus notwendig ist.

Eine Frage sollen wir uns dabei aber noch stellen: Welche Argumente und Ausreden haben wird für unsere Sünden? Eine schwere Kindheit? Unangenehme Prüfungen? Stress in der Arbeit und Schule? Unverhofftes Leid? Brunst der späten Pubertät? Midlifecrisis? All diese mehr oder weniger echten Umstände werden häufig im Fall des sündigen Versagens als „Argumentationsbasis“ bedient.

Das wichtigste jedoch beim „Belichten“ ist die unbedingte Offenheit! Komm zu Gott ohne Erklärung für das Versagen, Er weiß es besser als wir! Wenn das geschieht, dann allein kann Gott wirken und was Neues schaffen.
Die Psychologie kennt Sünde nicht, sondern nur „andersartiges Verhalten“. Nicht so bei Gott – Ihm ist es ernst mit unseren Sünden, sodass Er wirklich „schaffen“ muss.

Das hebr. Wort „bara“ für Erschaffen wird ebenso bei der Schöpfung verwendet. Wir sehen also den Beweis: nur Gott kann neu schaffen – wenn wir vorbehaltlos zu Ihm kommen.

In den nächsten Folgen möchten wir sehen, welche großartigen Auswirkungen die Vergebung auf David hat. Für unseren Teil lasst uns Offenheit bei der „Beichte“ an den Tag legen. Dies ist bereits im hohen Maße herausfordernd.