Andachten

Übe dich in der Gottesfurcht!

„denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottesfurcht aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen.“‭‭ (1. Timotheus‬ ‭4,8)

Letzten Freitag sahen wir, wie Paulus an Timotheus schrieb, dass auf das Wort Verlass sei, das besagt, dass Christus in diese Welt kam um Sünder zu erretten. Heute, drei Kapitel später, finden wir wieder diese Formulierung, dass das Wort glaubwürdig und aller Annahme wert sei (Vers 9) im Bezug auf den eingangs gelesenen Vers. Doch was bedeutet es, dass wir uns in der Gottesfurcht trainieren sollen, die die Verheißung für dieses und das zukünftige Leben hat?

Um den Begriff des Üben oder Trainieren zu erklären, gebraucht Paulus hier das Bild eines Sportlers, der für irgendeinen Wettkampf trainiert. Diesem Sportler liegt alles daran, dass er für den anstehenden Wettkampf fit wird, was ihn dazu veranlasst, dass er regelmäßig und hart trainiert. Er wird, in seiner Vorbereitung auf den Wettkampf, alle Ablenkungen und allem entsagen, was ihn hindern wird, sein Ziel zu erreichen.
Diesen Eifer, im Bezug auf die Gottesfurcht, fordert Paulus nicht nur von Timotheus, sondern von jedem Christen.

Wie kann dieses Training in der Gottesfurcht aussehen? Indem du z.B. regelmäßige Gebetszeiten hast, in denen du ungestört deine Anliegen vor Gott bringen kannst. Dazu gehört auch ein regelmäßiges Bibelstudium, das nicht nur das Lesen einer Andacht am Morgen beinhaltet, sondern einen intensiven Umgang mit Gottes Wort einschließt. Nehme regelmäßig an den Gemeindestunden teil, in denen Gottes Wort gepredigt wird und übe auch deinen Dienst in der Gemeinde beständig aus, ganz gleich, wie dieser Dienst auch aussehen mag. Um Missverständnisse zu vermeiden sei noch erwähnt, dass es hier nicht um das Einhalten irgendwelcher Gesetze oder das Erfüllen einer Gesetzlichkeit geht, wodurch wir Punkte bei Gott sammeln könnten. Das meint Paulus hier nicht, wenn er vom Üben in der Gottesfurcht spricht.

Mit Gottesfurcht ist vielmehr die Liebe und die Hingabe an Gott gemeint. Das Fragen nach seinem Willen, das Suchen nach der Gemeinschaft mit ihm. Es drückt die innere Herzenshaltung aus, die der Heilige Geist den Erlösten schenkt. Gott bewirkt in uns, dass wir uns mit Gottes Wort beschäftigen und durch unser Leben ihm die Ehre bringen wollen. Und obwohl das nur Gott im Leben eines Gläubigen bewirken kann, werden wir hier aufgefordert, dass wir aktiv mitarbeiten, dass wir uns in der Gottesfurcht üben bzw. uns darin trainieren sollen, nicht um Gottes Wohlgefallen dadurch zu erlangen, sondern aus Liebe zu ihm, weil er uns erlöst und uns ewiges Leben geschenkt hat.

Des ewigen Lebens dürfen wir uns als Kinder Gottes schon hier auf dieser Erde freuen und es sollte uns anspornen, den besser kennen lernen zu wollen, in dessen Gegenwart wir einmal treten werden, um eine Ewigkeit mit ihm zu verbringen. Doch die Gottesfurcht hat auch die Verheißung des jetzigen Lebens, was für mich heißt, dass wir durch das Beschäftigen mit Gottes Wort und dem Wesen Gottes auch für das alltägliche Leben ausgerüstet werden. Es hilft uns in schwierigen Situationen auf Gott zu vertrauen, in stressigen Zeiten in Gott Ruhe und Sicherheit zu bekommen. Darüber hinaus ist das Beschäftigen mit dem Wesen Gottes das Einzige auf dieser Erde, das nicht mit unserem Tod ein Ende findet, sondern bis in die Ewigkeit bei Gott hineinreicht.

Deshalb möchte ich dich auch heute dazu auffordern, dein persönliches Verhältnis mit Jesus Christus zu pflegen, die Gemeinschaft mit ihm zu suchen und dich nicht von Nebensächlichkeiten des Alltags davon ablenken zu lassen!