Andachten

Wahre Weisheit

Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus dem guten Wandel seine Werke in Sanftmut der Weisheit! 

Jakobus 3,13

 

Nachdem Jakobus seine Belehrung bezüglich der Beherrschung der eigenen Worte („Zunge“) abgeschlossen hat, fordert er seine Leser auf, nun ihre Weisheit und ihren Verstand bezüglich geistlicher Dinge zu zeigen. Interessanter Weise verknüpft er Weisheit nicht in erster Linie mit Wissen, wie wir dies häufig tun, sondern mit dem täglichen, sanftmütigen Lebenswandel. Wer wirklich auf geistlichem Gebiet etwas begriffen hat, der wandelt in Weisheit und Sanftmut und damit „gut“.

Ein guter Wandel ist seit jeher eines der Anzeichen eines echten Gläubigen gewesen. Wie sieht dieser Wandel nun konkret aus? Jakobus erläutert etwas später, wie die wahre Weisheit, die Weisheit von oben, beschaffen ist:

Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedvoll, milde, folgsam, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt. (Jk 3,17)

 

Wir sehen, dass wahrer, weiser Wandel, niemals von einem Menschen selbst hervorgebracht werden kann. Menschen sind unrein, die Weisheit von oben ist rein. Menschen sind aufrührerisch, die Weisheit ist friedvoll. Menschen sind aufbrausend, die Weisheit ist milde, Menschen sind ungehorsam, die Weisheit ist folgsam. Menschen sind unbarmherzig, die Weisheit ist voller Barmherzigkeit. Menschen tragen faule Früchte und bilden stets Parteiungen, die Weisheit trägt gute Früchte und bleibt unparteiisch. Die letztendlich Beurteilung ist jedoch am wichtigsten: alle vorgenannten Dinge sind ungeheuchelt! Auch wenn wir viele Menschen täuschen können und einen Anschein der genannten Dinge aufrechterhalten können, so weiß Gott dennoch wie es um uns steht. Ihm können wir nichts vormachen.

Frage dich heute, wie es um deine Weisheit steht. Wenn sie sich nicht in einem guten Lebenswandel der Sanftmut offenbart, der dem Wandel der Welt völlig entgegensteht, dann besitzt du vermutlich keine Weisheit. Bedenke, dass fast jede oben genannte Beschreibung mit Sanftmut zu tun hat. Übe dich heute in Sanftmut, denn nie sind wir Christus ähnlicher, als wenn wir von Herzen sanftmütig sind (Mt 11,29). Prüfe außerdem dein Herz im Licht des Wortes Gottes, ob dein Leben ungeheuchelt zur Ehre unseres großen Gottes dient. Andernfalls lebst du vergeblich.