Andachten

Folgen der Vergebung in Psalm 51: Vorbereitung (2/6)

 

„Herr, tue meine Lippen auf, und mein Mund wird dein Lob verkünden.“
‭‭(Psalm 51,15)

David beschreibt nun eine weitere Konsequenz, welche sich aus der Vergebung ergibt. Er wird wieder für den Dienst vorbereitet. Er weiß, dass er nur geläutert wieder frei verkündigen, richten, belehren und weitergeben kann.
Wie sehr muss ihn sein Gewissen und der Umstand belastet haben, was sowohl die Rechtsprechung (in 1. Sam 1 lesen wir Davids Verurteilung eines angeblichen Mörders) als auch die Dichtung weiterer Lobeshymnen auf Gott (David schrieb zahlreiche Psalme und Loblieder!) betraf.

Wer Sünde im Leben duldet, wird schwach darin bleiben, für die Wahrheit einzustehen, denn ständig kreist einem ja das eigene Versagen wie ein gefräßiger Geier über dem Kopf. Vergebung ist zwingend notwendig, damit ein Dienst in Freimütigkeit gelingt!

Ein langwieriger Streit mit der Ehefrau, aber anderen was zur Ehe erzählen wollen? Eine zerrüttete Beziehung zu Gott, aber Ihn dann öffentlich besingen oder anbeten wollen? Solche Umstände lassen einen Christen schwach und kraftlos in solchen Angelegenheiten wirken.

David litt unter einer solchen „Dienstunfähigkeit“, deswegen bittet er auch, dass der heilige Geist nicht genommen werden möge. (Ps 51,13) Im AT war der Hl. Geist notwendig zum Dienst, dieser kam und wich temporär, je nach Bedarf und Aufgabe des Erfüllten.

Lasst uns heute besonders diese Qualität aus der Vergebung schätzen, welche uns freimütig für den Dienst in Gesang, Seelsorge, Unterweisung und Gebet betrifft. Ohne Vergebung sind wir wir hierfür nicht vorbereitet, denn wir wären autoritätslos und hätten selber Abscheu vor uns selbst.
Eine erlebte Vergebung und Befreiung von Schuld öffnet erst unsere Lippen, auf dass wir Gott wieder ehrlich loben und anbeten können!