Andachten

Nachgedanken zur Andachtsreihe „Das Wort Gottes“

Dein Wort ist die Wahrheit. (Johannes 17,17b)

Die Bibel hat den Anspruch, irrtumslos, von Gott inspiriert und von höchster Autorität zu sein und darüber hinaus beansprucht sie, die absolute Wahrheit zu sein. (vgl. 2. Tim 3,16; 2. Petr 1,20). „Die Tradition wird irren. Der Verstand wird irren. Unsere Erfahrungen werden irren. Aber die Schrift wird niemals irren.“ (Albert Mohler auf der E21-Konferenz 2017)

Norma normans non normata (= normierende Norm nicht normierte Norm)

Die Schrift ist nicht nur unfehlbar sondern auch irrtumslos. Sie ist nicht „relativ“ vertrauenswürdig. Keine Quelle, die korrigiert werden könnte. Die Worte sind inspiriert, nicht nur die Schreiber. Alle Quellen der Erkenntnis (z.B. Verstand und Erfahrungen) sind gut und wichtig aber der letztgültige Maßstab ist die Bibel. Damit wir Gott erkennen und seinen Willen verstehen können, müssen wir eine irrtumslose Quelle der Erkenntnis haben. Wenn die Schrift fehlerhaft wäre, würden wir mit unserem (fehlerhaften) Verstand entscheiden müssen, wo sie irrt und wo sie die Wahrheit sagt. Dann wäre unserer Verstand die Norm (ein Beispiel hierfür ist die historisch-kritische Methode)

Der irrtumslose Autor der Schrift

Die Schrift wird niemals irren, weil Christus niemals irrt. Da der Gott, der uns die Bibel durch Offenbarung gegeben hat, perfekt ist, muss die Bibel selbst auch perfekt sein. Gott lügt nicht (vgl. 4. Mose 23,19; Titus 1,2) und deshalb ist er selbst und sein Wort absolut vertrauenswürdig.

Die Klarheit der Schrift

Wir glauben auch an die Klarheit der Schrift. Das heißt nicht, dass wir keinen Fleiß für das Bibelstudium und ihre Auslegung aufwenden müssten – Lehrer und Prediger müssen sich ein Leben lang dem Studium der Schrift hingeben. Es bedeutet vielmehr, dass der Heilige Geist den Christen die Schrift in einer Form aufschließt, dass sie sie verstehen können. Die Bibel wurde der Gemeinde gegeben um gelesen zu werden aber es wurden auch Lehrer gegeben, die die Verantwortung haben, zu erklären (Auslegung), und zwar nicht so, dass sie für das „normale Volk“ verborgene Wahrheiten enthüllen, sondern dass sie für die Zuhörer nachvollziehbare Gedankengänge und Verknüpfungen erläutern, dass zum besseren Verständnis der Bibel beiträgt.
Die Schrift legt die Schrift aus.

Die Genügsamkeit der Schrift

Die Schrift ist genügsam. Man kann die Irrtumslosigkeit und die Unfehlbarkeit, die Klarheit und auch die Autorität bestätigen aber leugnen, dass sie genügsam ist. Im christlichen Leben sind wir nicht abhängig von Quellen außerhalb der Bibel. Seelsorge braucht keine Weisheiten der Welt. Dienst der Gemeinde, praktisches Christsein, usw. wird in der Bibel ausreichend beschrieben – wir benötigen kein zusätzliches Gedankengut. Einem Kind genügt das, was die Eltern ihm sagen und so sollte es auch uns genügen, was unser himmlischer Vater uns durch sein Wort sagt.

Die Konsequenzen, die entstehen würden, wenn wir die Autorität, die Irrtumslosigkeit und die Klarheit der Bibel leugnen würden, wären verheerend: Wir könnten jeden Text der Bibel umdrehen und sogar das Evangelium Christi neu definieren (wie es leider in vielen pseudo-christlichen Kreisen getan wird). Wir merken also, dass ein richtiges Verständnis von der Schrift grundlegend ist.