Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (7) Der allwissende Gott

Weiß Gott wirklich alles? Kennt er jedes Detail, jeden Gedanken, der je gedacht wurde, jede noch so heimliche Information und weiß er alles, was man wissen kann?

Erklärung und biblische Grundlage

Im Buch Hiob teilt uns Elihu mit, dass Gott „an Verstand vollkommen ist“ (Hi 37,16) und Johannes scheint unsere oben gestellten Fragen alle mit „Ja“ zu beantworten, wenn er schreibt, dass Gott „alles weiß“ (1. Joh 3,20).

Gott kann es aber verstandesmäßig nicht nur mit jedem habilitierten Professor egal welchen Bereichs „aufnehmen“ und er kennt auch nicht nur alle Haare unseres Hauptes (Mt 10,30), sondern er kennt auch uns, alles, was wir denken, alle unsere Worte, ob wir sitzen oder stehen usw. (Ps 139,4.16). Er erforscht sogar unsere überaus trügerischen und bösartigen Herzen, von denen Jeremia sagt: „Wer kann [sie] ergründen?“ (Jer 17,9-10). Er kennt uns durch und durch, sogar noch viel besser als wir uns kennen.

Gott kennt auch die Zukunft, denn er sagt in Jesaja 46,9-10: „Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus.“

Was allerdings um noch ein Vielfaches erstaunlicher ist, ist die Tatsache, dass Gott sich selbst vollkommen erkennt. Dies ist deshalb so bewundernswert, weil beispielsweise Gottes Größe unerforschlich ist (Ps 145,3). Er ist ewig (Ps 102,28), allgegenwärtig (Jer 23,23) und allmächtig (Jer 32,17). Sein eigenes Wesen ist unendlich oder unbegrenzt. Und doch sagt Paulus, dass Gott sich vollkommen selbst erkennt, wenn er den Korinthern schreibt: „Denn wer von den Menschen kennt die Gedanken des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die Gedanken Gottes als nur der Geist Gottes.“ (1. Kor 2,10-11)

Anwendung

Wir haben heute gesehen, dass Gott alle Dinge weiß, bzw. erkennt. Abgesehen von der Tatsache, dass wir Gott für seine unendliche Größe preisen und mit dem Psalmenschreiber ausrufen dürfen: „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar, zu hoch, als dass ich sie fassen könnte.“ (139,6; Schl 2000), möchte ich ein paar persönliche Fragen stellen, um über die Allwissenheit Gottes nachzusinnen.

Ergibt es Sinn, zu versuchen, unsere Gedanken und Taten vor Gott zu verbergen? Ist es nicht viel sinnvoller, all unser Vorhaben vor dem allwissenden Gott auszubreiten und in sein Licht zu stellen?

Ergibt es deiner Meinung nach noch Sinn, nachdem du diese Andacht gelesen hast, zu denken, dass Gott in Bezug auf die Umstände in deinem Leben jemals einen Fehler macht? Wird er nicht vielmehr alles im Voraus planen und alle Eventualitäten berücksichtigen, wenn er doch all deine Umstände und jene, die noch kommen werden, kennt?

Kannst du nun, da du weißt, dass Gott wirklich alles kennt, auch alles, was in deinem Leben passiert, Römer 8,28 mehr Vertrauen schenken, wenn dort steht, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen die nach seinem Ratschluss berufen sind?

Gott wusste, dass du heute morgen um XX:xx Uhr aufgestanden bist und dann diese Andacht liest. Er weiß, was dir heute begegnen wird und will alles dazu gebrauchen, um dich Christus ähnlicher zu machen. Preise Gott dafür und sei dir seiner Allwissenheit gewiss.