Andachten

Eine Generation, die in ihren eigenen Augen rein ist

Eine Generation, die in ihren Augen rein ist und doch nicht gewaschen von ihrem Unflat. Sprüche 30,12

Es gibt in der Bibel einige Menschen von denen wir sehr wenig wissen. Dazu gehören die Mitautoren des Buches Sprüche. Obiger Vers stammt von Agur, von dem uns nur ein Kapitel mit einer Sprüchesammlung überliefert ist. Obwohl er sich selbst als „dumm“ beschreibt (Spr 30,2), gibt er uns einige sehr genaue Beobachtungen und Erkenntnisse weiter, die ihm Gott im Laufe seines Lebens offenbarte.

Agur beobachtet sehr genau, wie seine Generation aussieht. Man könnte meinen Agur lebte heutzutage, denn seine Beschreibung passt sehr genau zu unserer Generation. In den Versen 11-14 lesen wir von den Merkmalen dieser Generation:

1) Sie verflucht ihren Vater und segnet die Mutter nicht (rebellische Haltung gegen Autoritäten)

2) Sie ist rein in ihren eigenen Augen und doch nicht reingewaschen (selbstgerechte Selbsteinschätzung)

3) Sie hat hochmütige Augen und überhebliche Wimpern (ist überheblich und stolz)

4) Ihre Zähne sind Schwerter, die den Armen und Elenden wegfressen aus der Mitte der Menschheit (gehen über Leichen)

Das schrecklichste an dieser Darstellung ist unser Ausgangsvers: die Menschen denken sie seinen rein! Stolz und Hochmut haben sie so verblendet, dass sie ihr eigenes Tun als gerecht ansehen, dabei klebt ihr „Unflat“ an ihnen (Unflat bedeutet so viel wie „widerlicher Dreck/Schmutz“). Dies zeigt uns Gottes Perspektive. Sie zeigt uns Gottes realistische Einschätzung einer solchen Generation. Gott ist angewidert von so viel Stolz und Hochmut.

Auch Agur scheint aufgrund seiner Beschreibung angewidert von seiner Generation. Doch zeigen wir nicht mit dem Finger auf Agurs Generation. Auch wir sind Teil einer solchen Gesellschaft und schneller als wir glauben, werden auch wir an denselben Vergehen schuldig. Auch wir missbrauchen unsere Freiheit in Christus oft, um unsere fleischlichen (das heißt irdischen, natürlichen) Begierden zu befriedigen (Gal 5,13). Und dann entschuldigen wir unser Verhalten oder verschreien jemanden der uns auf unsere Fehler hinweist als „gesetzlich“. All dies tun wir, um unseren Selbstbetrug aufrecht zu erhalten.

Als Diener Christi sollte das in unserem Leben nicht so sein. Im Lichte der Bibel sollten wir uns jeden Tag klarer sehen als die völlig und unheilbar verdorbenen Sünder die wir tatsächlich sind. Nur der Spiegel des Wortes Gottes kann uns davor bewahren, auf uns selbst zu bauen und dann „von unserem Fleisch Verderben [zu] ernten“ (Gal 6,8). Durch die tägliche Buße werden wir wirklich reingewaschen und sind in den Augen Gottes nicht mehr mit „widerlichem Dreck“ beschmutzt. Bitten wir auch heute Gott um Vergebung wegen des ständigen Hochmuts und der stolzen Gedanken, die wir trotz unserer Sündhaftigkeit an den Tag legen, und geben wir uns neu in seine Hand, damit wir wahrhaftig eine „reine Generation“ werden, die rein ist in den einzigen Augen die zählen: Gottes Augen.