Andachten

Folgen der Vergebung in Psalm 51: Zeugnis (4/6)

„Herr, tu meine Lippen auf, und mein Mund wird dein Lob verkünden.“ (Ps 51,17)

David war ein begnadeter Dichter und Musiker. Seine Psalme, im Grunde Lieder vollen Lobens, sind weit über die christlichen Kreise hinweg bekannt und geschätzt. Sie zeugen von Gottes Allmacht, Größe, Herrlichkeit und Seinem Wesen. Im Grunde sind sie für jeden Menschen ein literarisches Zeugnis auf höchstem lyrischen Niveau. König Saul selber erfuhr dieses Zeugnis in Form von Davids Spielen auf der Harfe (und sicherlich war hierbei auch Text im Spiel) und wurde innerlich (zumindest zeitweise) beruhigt.

David hatte jedoch nun ein Problem durch diese große Sünde: Menschen würden ihm dieses Zeugnis, welches er von Gottes Allmacht weitergibt, nicht abnehmen! Es ist nämlich unbrauchbar geworden.
David wäre auch nicht im Stande gewesen, saubere Gerichtsurteile zu fällen, die bspw. in der Bundesrepublik „im Namen des Volkes“ verkündigt werden, da das Volk jegliches Urteil immer durch die Brille der großen Schuld Davids sehen würde.

David weiß: wenn Gott ihm vergibt, dann ist sein Mund wieder frei und unbedrückt, um weit und breit das Zeugnis Gottes an ihm selbst und in all Seinen Führungen weiterzugeben!

Wenn unser Zeugnis noch so schön und gefeilt ist – es ist unbrauchbar ramponiert, wenn Sünde uns innerlich quält. Die Ausstrahlungskraft ist getrübt, wenn jedoch noch andere von der Sünde wissen ist es gänzlich unbrauchbar. Ein schändliches Zeugnis ist nichts anderes, als vorhandene Wertlosigkeit. Obwohl die Inhalte und die Motivation unserer geistlichen Bemühung sauber sind – der Empfänger ist taub dafür. Es ist wie kraftlosgewordenes Salz, welches von den Menschen zertreten, also verachtet, wird.
(Mt 5,13)
Das Evangelium ist ausgebreitet. Satan konnte es nicht verhindern. Was er jedoch tun kann, ist die Verkündiger dessen zu schwächen. Seine wirkungsvollste Waffe ist ein mürbes, kraftloses, entmutigtes Zeugnis unter den Menschen! Die Sünde ist sein ideales Mittel hierzu.
Lasst uns Vergebung erleben, so wie David, auf dass unsere Zeugniskraft und unser Zeugnis vor den Menschen für Gott brauchbar sein können!