Andachten

Warum so traurig?

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für die Rettung, die von seinem Angesicht kommt! Psalm 42,6 (SCH 2000)

Dieser Vers ist ein Paradebeispiel dafür, wie unser persönliches Erleben und Empfinden dem widersprechen kann, was wir aus der Bibel wissen. Die Söhne Korachs beschreiben im Psalm 42 zunächst ihre Sehnsucht nach Gottes Gegenwart. Trotz dieser Sehnsucht, müssen sie sich verlassen gefühlt haben. Große Anfechtungen und Kämpfe müssen in ihnen stattgefunden haben. Traurigkeit oder Betrübnis und Unruhe waren in ihnen. 

Doch sie wissen eins: laut Gottes Wort hat ein echter Christ keinen Anlass für diese Traurigkeit! Ein echter Christ kann in solchen Zeiten seine eigenen Gefühle anhand der Bibel verurteilen und sich Mut machen mit den Verheißungen Gottes. 

Korachs Söhne tadeln zunächst literarisch schön ihre eigene Seele. „Seele, es gibt keinen Grund betrübt und unruhig zu sein, warte nur auf Gottes Eingreifen“. Auch wenn wir Christen Zeiten der Unruhe erleben, können wir doch in Gottes Wort zur Ruhe kommen, denn der Vers geht weiter: Die Söhne Korachs wissen, warum es keinen Grund zur Sorge gibt. 

Sie wissen, dass Gott eingreift und sie retten wird. Dessen sind sie sich so sicher, dass sie nicht einmal darüber nachdenken, ob Gott sie retten kann. Nein, sie schreiten gleich zum Schritt des Dankens für Gottes Rettung! Rettung kommt direkt von „Gottes Angesicht“ her. Gott der Allmächtige steht auf und rettet die Seinen, dessen dürfen sie sicher sein. 

Es bleibt kein Raum für Traurigkeit aufgrund unserer Umstände. Dennoch leben wir als Christen in dieser Spannung „als Traurige, aber allezeit uns freuend“ (2. Kor 6,10). Freude und Friede sind für uns von unserem Gott jederzeit zu haben. Danken wir ihm für seine Nähe und für sein Eingreifen sobald die Zeit gekommen ist. In der Zwischenzeit dürfen wir uns freuen und mit großem inneren Frieden auf unseren Gott warten.