Andachten

Die Herrlichkeit des Christus (2): Voller Gnade und Wahrheit

​Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1,14)

Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, der Sohn Gottes, der zu uns Menschen kam und unter uns wohnte, ist unendlich herrlich. Seine Herrlichkeit übersteigt alles, was ein Mensch zu erfassen in der Lage ist. In einfachen Worten, wie man es von ihm gewohnt ist, schreibt der Apostel Johannes, durch den Geist Gottes getrieben, tiefsinnige und gehaltvolle Gedanken auf und erklärt, dass die Herrlichkeit Jesu Christi in zwei Dingen deutlich wird: in seiner Gnade und in seiner Wahrheit. Um erstere soll es heute gehen.

Die Gnade und die Barmherzigkeit Jesu Christi äußert sich sehr oft und sehr deutlich in seinem Umgang mit Menschen hier auf der Erde. Denken wir an die vielen Heilungen, die Rettung von den Verachteten der Gesellschaft – Zöllner und Sündern – oder die liebevolle Zuwendung zu seinen Jüngern. Aber nirgends kommt die Gnade des Herrn klarer zum Vorschein als in der Errettung und der Erlösung von Sündern. Durch Gnade vergibt er Menschen ihre Schuld, die nichts als Zorn verdient haben. C. H. Spurgeon schreibt über den Christus, der voller Gnade ist:

Er hat für mich vollbracht, was kein andrer tun kann außer Gott. Er hat meinen unbeugsamen Willen gebrochen, mein diamantenhartes Herz geschmolzen, Er hat eherne Tore gesprengt, und eiserne Fesseln zerrissen. Er hat mein Weinen in Lachen verwandelt und meine stumme Verzweiflung in laute Freude; Er hat mein Gefängnis gefangen geführt und mein Herz erfüllt mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Mögen andre von Ihm denken, was sie wollen, mir ist Er der Eingeborne vom Vater, und muß es bleiben: hochgelobet sei sein Name. Und Er ist voller Gnade. Ach! wenn Er nicht gewesen wäre, so wäre ich nie selig geworden. Er zog mich zu sich, wenn ich mich losringen wollte von seiner Gnade; und als ich endlich ganz zitternd, wie ein verurteilter Verbrecher zu seinem Gnadenstuhl kam, sprach Er: deine vielen und großen Sünden sind dir alle vergeben; sei getrost!

Dass wir als Sünder Gottes Liebe und die Vergebung unserer Schuld erfahren durften, ist kein Selbstzweck. Gott hat uns auch nicht um unsretwillen errettet, ja vielmehr tut er alles um seines Namens Willen und alle Dinge sind „zu ihm hin“, von der Schöpfung bis hin zu unserer Errettung. Somit ist seine Gnade ein Spiegel seiner Herrlichkeit. Sie bringt die Herrlichkeit Christi zum Ausdruck. Es geht um Christus. Als Gemeinde sollen wir die Weisheit Gottes widerspiegeln. Männer sollen ihre Frauen lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Wir sollen in das Bild Christi umgestaltet werden. Das bedeutet, dass Gott uns als Gemeinde und als Individuen auch eine Herrlichkeit verleihen, ja uns adeln will. Auch dabei sind nicht wir die, die dafür gepriesen werden wollen, sondern Gott. Diese Tatsache soll die Richtschnur für unser Leben sein.

Anwendung

Lasst uns die Gnade Christi, die er uns gezeigt hat, indem er für uns gestorben ist, in diesem Sinn begreifen, dass sie seine Herrlichkeit widerspiegelt und über die Person Jesus Christus staunen.

Verstehen wir auch, dass Gott uns, indem er uns verändert, herrlich machen will und uns als Werkzeuge gebrauchen will, um seine Ehre auf den Leuchter der Schöpfung zu stellen.