Andachten

Folgen der Vergebung aus Psalm 51: Erkenntnis (5/6)

 

„Denn du hast kein Gefallen an Schlachtopfern, sonst gäbe ich sie; an Brandopfern hast du kein Wohlgefallen.“ (Ps 51,18)

Wir können davon ausgehen, dass David das mosaische Gesetz und die gegebenen Opfergebote sehr gut kannte. Er ist in diesem System aufgewachsen und niemals zweifelte ein Jude an dieser gängigen, gottgegebenen Praxis!
Dennoch weiß David, dass es Gott unmöglich primär um Opferungen gehen kann!

Er erkennt: Sünde kann ich nicht einfach „wegopfern“ und „gut ists“. Das kann unmöglich der Zielgedanke Gottes gewesen sein.
Gott möchte ein bereites Herz, einen gebeugten Geist. Dies sollen die Gaben sein, die wir Ihm bringen – denn wir haben nichts anderes, womit wir einen großen Gott gnädig stimmen können.

Doch woher weiß er das?
Einem Menschen -so wie David- dem so viel vergeben wurde und der so sehr sensibilisiert wurde für Gottes Heiligkeit, eröffnet Gott in wunderbarer Weise das Verständnis Seines Wesens!
Sein Sohn Salomo schrieb Jahre später in Pred 2,26: „Dem Gottwohlgefälligen wird Weisheit, Kenntnis und Freude gegeben!“ David erlangte diese Erkenntnis, weil er ein gottwohlgefälliges Leben starten wollte.

Erwarte nicht, dass du Gott kennen lernst, dass du Sein Wort besser verstehen und Gottes Wesen tiefer ergründen kannst, wenn du unvergebene Schuld mit dir herum schleppst. Es ist ein Selbstbetrug, „mehr zu beten“ und „mehr zu lesen“, wenn man in Sünde verharrt.

Gott will -wie David auch- die Wunder in Seinem mächtigen Gesetz öffnen (Ps 119,18). Dies jedoch erlangen wir über die Vergebung, welche hierzu unabdingbar ist.

Ich kenne dies Phänomen zu gut: Sünde im Leben, unbereinigte Streitigkeiten, sogar bis hin zum Hass auf Geschwister! Man liest Gottes Wort – aber es geht nix ins Herz hinein. Warum nicht? Weil das Herz nicht ausgeräumt ist hierfür.
Bewusst geduldete Sünde und die Erkenntnis Gottes haben unmöglich gemeinsam Platz in uns!
Möge diese Erfahrung Davids auch zur unserigen werden.