Andachten

Das Prinzip von Saat und Ernte

„Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott.“‭‭ (2.Korinther 9,6.7)

In seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth verdeutlicht Paulus eine geistliche Wahrheit mit einem praktischen Beispiel, dass jeder Mensch damals wie heute gut nachvollziehen kann, nämlich anhand des Prinzips von Saat und Ernte.

Das Prinzip von Saat und Ernte, das uns allen bekannt ist und sich auch über die Jahrhunderte hinweg nicht verändert hat, besagt, dass man nur dann etwas ernten kann, wenn man zuvor einen Samen ausgestreut hat. Doch das eigentlich besondere daran ist, dass man nicht genauso viele z.B. Weizenkörner bei der Ernte erhält, wie man beim Säen verbraucht hat, sondern ein Vielfaches davon in den Ähren der Pflanzen findet. Die einzige Bedingung dabei ist, dass man zuvor einige Weizenkörner auf dem Acker ausgesät hat, die dann, unter normalen Bedingungen, auch Frucht hervorbringen.
Obwohl diese Tatsache jedem von uns einleuchtet und eigentlich so simpel ist, tun wir uns leider oft so schwer, nach diesem Prinzip auch zu leben. Wir halten so sehr an Dingen fest und lassen sie nicht los, obwohl wir ganz genau wissen, dass es Gottes Willen entspricht, wenn wir sie ihm zur Verfügung stellen. Ich denke dabei an meine freie Zeit nach der Arbeit, an das mit Mühe erarbeitete Geld, an meine Begabungen, die ich viel lieber für mich selber einsetzen möchte oder auch an meine Wünsche und Träume, die mir sehr am Herzen liegen. Gott will, dass ich genau diese Dinge auf dem Acker, den er mir zur Verfügung stellt, aussäe, damit Gott Gedeihen und viel Frucht schenken kann.

Und ja es stimmt, dass dieser Akt des Säens oft schmerzhaft ist und es Überwindung kostet, Dinge, die uns viel bedeuten loszulassen, da die Saat erst sterben muss, bevor die neue Pflanze wachsen kann. Das Sterben der Saat hängt immer damit zusammen, dass man Opfer bringen muss, denn wenn ich z.B. Geld spende oder einen Teil meiner Zeit dafür verwende Gott zu dienen, kann ich dieses Geld und diese Zeit nicht für mich selber verwenden. Dazu kommt noch, dass die Frucht eine gewisse Zeit braucht, bis sie sichtbar wird und wir sie in unserem Leben vielleicht gar nicht sehen werden, doch Paulus möchte uns trotzdem dazu ermutigen, dass wir das, was wir haben und unser ganzes Leben Gott geben, da er es ist, der uns eines Tages für jede Kleinigkeit, die wir in seinem Namen getan haben, belohnen wird (vgl. Markus 9,41).
Paulus zeigt uns aber auch auf, dass Gott sehr wohl unsere Motivation hinter unserem Dienst, den wir für ihn tun, sieht. Dienen wir Gott nur, weil wir vor anderen Menschen gut dastehen wollen, weil andere es von uns erwarten oder weil wir der Meinung sind, dass so ein Verhalten zu einem Leben in der Nachfolge Christi dazugehört? Dienen wir Gott mit Freude oder sind wir der Meinung, dass Gott zu viel von uns verlangt und uns nichts gönnen will? Ich hoffe nicht.
Mein Wunsch ist, dass Gott uns jeden Tag neu vor Augen führt, dass wir alles was wir haben, was wir können und unser ganzes Leben von ihm geschenkt bekommen haben, damit wir lernen, Gott mit freudigem Herzen zu dienen. Am Ende stellt sich nun für uns alle die Frage, ob wir sparsam säen, weil wir nicht darauf vertrauen, dass Gott Frucht schenkt oder ob wir reichlich im Vertrauen auf Gott säen, weil wir Gottes Zusage Glauben schenken.