Andachten

Vergebung und Heiligung

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. […] Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 1. Johannes 1,7.9

Zum Verstehen der Bibel ist es immens wichtig die beiden Begriffe „Rechtfertigung“ und „Heiligung“ auseinanderzuhalten, auch wenn diese in einer gewissen Beziehung zueinander stehen. Die Vermischung dieser beiden Begriffe hat im Laufe der Kirchengeschichte das Entstehen mancher falschen Lehre begünstigt.

Als wir wiedergeboren wurden, wurden wir rechtfertigt. Gott rechnete uns Jesu Gerechtigkeit zu und Christus wurde bereits vor vielen Jahren am Kreuz für unsere Schuld bestraft. Wir sind nun im Stand der Errettung, Gottes Kinder, die die Gerechtigkeit seines Sohnes tragen.

Heiligung hingegen ist ein lebenslanger Prozess, in welchem Gott uns durch seinen Geist verändert. Hierbei soll unser Leben immer mehr der Gerechtigkeit Jesu entsprechen, die wir von Gott geschenkt bekamen mit unserem Glauben. Heiligung bedeutet immer mehr zu werden wie Christus ist, um ihn widerzuspiegeln und ihn damit zu ehren.

Was hat Vergebung also mit Heiligung zu tun, wenn wir doch nicht mehr für unsere Schuld von Gott verdammt werden (da wir gerechtfertigt sind). Nun, eine ganze Menge.

Johannes weist uns den obigen Versen darauf hin, dass Christen in der Gemeinschaft mit ihrem Gott wandeln und somit durch Jesu Blut von jeder Sünde gereinigt werden. Sie bekennen stets ihre Schuld und empfangen Vergebung für ihre Sünden. Gott vergibt seinen Kindern gerne, denn er ist treu und gerecht (er vergibt im Hinblick und unter Berufung auf Jesu Erlösungswerk). Durch diese tägliche Gemeinschaft und den Wandel mit unserem Gott werden wir „gereinigt von jeder Ungerechtigkeit“.

Im direkten Kontext sehen wir, dass Johannes in den ersten beiden Kapiteln falsche Bekenner und echte Gläubige kontrastreich gegenüberstellt. Falsche Bekenner haben hierbei nur einen „christlichen Anstrich“, empfangen jedoch keine Vergebung und werden nicht beständig gereinigt durch Jesu Blut. Sie betrügen sich selbst sagt uns Johannes.

Ganz anders die wahren Gläubigen. Sie sind sich bewusst, dass sie täglich Vergebung nötig haben und kommen in Buße zu ihrem Herrn, wo sie Vergebung empfangen. Dann können sie freudig den Kampf um Reinheit in ihrem Alltag wieder aufnehmen, um ihrem Herrn Ehre zu bringen.

Zwei Dinge möchten wir heute lernen. Erstens, lebt ein Christ in der reinigenden Gemeinschaft mit seinem Gott. Wenn du dir deiner Sünde vor Gott nicht bewusst bist, dann solltest du dich fragen, ob du überhaupt ein echter Christ bist. Zweitens dürfen alle echten Gläubigen wissen, dass ihr Herr sie auch weiterhin trotz ihrer Sündhaftigkeit annimmt und sie nicht verstößt. Von uns aus sind wir kein bisschen besser als an dem Tag als wir Glauben empfingen, aber Christus macht uns besser. Einmal wird er sein Werk vollenden, an dem Tag wo wir sterben oder unser Herr wieder kommt um uns zu sich zu holen. Wir dürfen diesen Tag freudig erwarten und mit dem Apostel Paulus bis dahin sagen:

Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn. (Phil 1,21)