Andachten

Die Herrlichkeit des Christus (4): Das perfekte Licht

Und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne; denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Offenbarung 22,4.5)

Gott wollte seine große Macht einst am Pharao erzeigen, und wirkte zu diesem Zweck zehn Plagen in Ägypten. Jede einzelne war äußerst unangenehm für die Ägypter und manche waren sogar schwere Schicksalsschläge, die ihren Fortbestand bedrohten. Die vorletzte Plage war eine völlige Finsternis, die drei Tage lang andauerte. Eine Finsternis, die sinnbildlich für die Konsequenz der Sünde und der Verstocktheit des menschlichen Herzens steht. Der Sünder lebt von Natur aus in dieser Finsternis, die Tod, Verderben und Hoffnungslosigkeit andeutet.

Dies wird auch anhand des Prologs des Johannesevangeliums deutlich, wo von Jesus Christus, dem ewigen Wort, die Rede ist. “In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.” (Joh 1,4.5)

Die geistliche Finsternis, in die jeder Mensch hineingeboren wird, ist das große Problem des Sünders, das das Leben eines jeden ganz durchdringt, bis in die alltäglichsten Situationen hinein, z.B. Schwelgereien, Trinkgelage, Unzucht, Ausschweifungen, Streit und Eifersucht; vgl. Röm 13,12.13. Er lebt so tief in dieser Finsternis, dass er noch nicht einmal in der Lage ist, das Licht zu erfassen, wenn es scheint – das ist geistliche Blindheit, in der der Sünder gefangen ist.

Doch an diesem Punkt kommt Gottes gnädiges Eingreifen durch Christus ins Spiel, das Sündern die Augen öffnet, damit sie Gott in Christus erkennen können. Dies ist ein großer Aspekt von Christi Herrlichkeit: Er erleuchtet und macht Blinde sehend (vgl. Joh 9,1-7). Das war auch Jesu Erkennungszeichen für Johannes den Täufer: “Blinde werden sehend, und Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt.” (Mt 11,5)

Unser Christenleben, unsere Beziehung zum allmächtigen Gott und zu Jesus Christus beinhaltet ebenso den Aspekt des Sehens, bzw. des Erkennens: “Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.” (Joh 17,3)

Das ist unsere Berufung schon jetzt auf der Erde: Christus zu erkennen, seine Herrlichkeit zu sehen, seine Person und seinen Charakter kennenzulernen, eine herrliche Beziehung zu ihm zu haben – Doch um ein Vielfaches herrlicher wird es sein, wenn der Herr über uns leuchten wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Darin wird nämlich auch der Himmel bestehen: Die Herrlichkeit Christi und Gottes vor Augen gestellt zu bekommen und ihn mehr und mehr zu erkennen. Steve und Vikki Cook haben es in einem Lied folgendermaßen ausgedrückt:

I will glory in my Redeemer
Who waits for me at gates of gold.
And when He calls me, it will be paradise,
His face forever to behold

(Ich werde mich meines Erlösers rühmen,
Der an goldenen Toren auf mich wartet.
Und wenn Er mich zu Sich ruft, wird es das Paradies sein,
Sein Angesicht für immer zu sehen.)

Der Apostel Paulus schrieb: “Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.” (1. Kor 13,12)

Das birgt eine unergründlich tiefe Freude, die Herrlichkeit des Christus in vollkommener Weise zu erkennen, in perfekter Weise von ihm erleuchtet zu werden, sodass keine Sonne und keine Lampe mehr benötigt werden wird. Doch wir werden uns nur in dem Maße darauf freuen können, wie wir Christus schon jetzt auf der Erde erkennen und schätzen.

Anwendung

Lasst die Herrlichkeit des Christus zu unserer Motivation werden, ihn schon jetzt tiefer zu erkennen und seinen Charakter in der Bibel zu erforschen, Gemeinschaft im Gebet mit ihm zu haben. Und auch die Vorfreude auf den Himmel, der durch die Erkenntnis der Herrlichkeit Christi besteht, soll uns schon jetzt in seine Arme treiben.

Lasst uns ihn, der der große Mittelpunkt unseres Glaubens ist, auch zum Mittelpunkt unseres Alltags werden, sei es in Gesprächen, in seelsorgerlichen Ratschlägen, in der Evangelisation oder im Nachsinnen, denn er wird auch der Mittelpunkts des Paradieses sein, von dem alles Licht ausgeht.

 

Liedempfehlung: I will glory in my Redeemer (Steve & Vikki Cook – https://www.youtube.com/watch?v=CR4wRqL0Cn0