Andachten

Die Eigenschaften Gottes: (11) Der liebende Gott

„… Gott ist Liebe“ (1. Joh 4,8).

Heutzutage kursieren vielerlei Meinungen darüber, was denn Liebe sei, in der Welt. Einige meinen, Liebe sei, wenn man eine Person äußerst attraktiv findet und sich daher zu ihr hingezogen fühlt. Andere wiederum meinen, Liebe sei, wenn man jemanden so gern hat, dass man für ihn fast alles aufgeben würde. Vielleicht meinen wieder andere, dass das höchste Gefühl von Liebe das sei, wenn Mann und Frau sich sexuell vereinigen. Unser geliebtes Wikipedia definiert Liebe folgendermaßen: Liebe … ist eine Bezeichnung für stärkste Zuneigung und Wertschätzung. … Das Gefühl der Liebe kann unabhängig davon entstehen, ob es erwidert wird oder nicht.

Diese Definitionen von Liebe scheinen teilweise recht gut zu sein, und ich möchte sie auch gar nicht kritisieren. Doch wenn wir wirklich wissen wollen, was genau denn Liebe ist, so müssen wir Gott selbst betrachten und von ihm lernen.

Johannes teilt uns in seinem Evangelium folgende Worte Jesu mit: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war.“ (Joh 17,24). Hier wird deutlich, dass die Eigenschaft der Liebe Gottes schon vor der Schöpfung innerhalb der Dreieinigkeit wirksam war. Auch wird angedeutet, dass Gott, der Vater in dieser Liebesbeziehung dem Sohn Herrlichkeit gab.

An anderer Stelle spricht Jesus: „Aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat.“ (Joh 14,31a). Hier deutet Jesus an, dass er den Vater auf die Weise liebte, dass er genau das tat, was der Vater ihm geboten hat.

Ich möchte aus diesen beiden Stellen ableiten, dass die Liebe innerhalb der Dreieinigkeit darin bestand, dass jeder danach trachtet, dem anderen Freude und Glückseligkeit zu bringen.

Stimmt das, so ist es umso erstaunlicher, dass Gott uns geliebt hat. Und zwar nicht, weil wir irgendetwas liebenswürdiges getan hätten. Nein, Gott hat uns zuerst geliebt (1. Joh 4,10). Er hat uns seine Liebe dadurch bewiesen, dass er seinen Sohn für uns sterben ließ, als wir noch Sünder waren (Röm 5,8). Sollte Gott uns wirklich ohne jeglichen Grund, ohne Bedingung lieben? Sollte er tatsächlich uns Freude bringen und Glückseligkeit bringen wollen und ewiglich etwas von sich selbst geben, damit dieses Ziel erreicht wird? Und das, obwohl er weiß, wie wir mit seiner Liebe umgehen und sie nie gebührend erwidern würden?

Genau diese Tatsache bestätigt die Bibel. Gott und damit auch sein Sohn hat uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben (Gal 2,20).

Anwendung

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!“ (1. Joh 3,1). Sollten wir nicht langsam damit anfangen Gott zu lieben, mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele und unserer ganzen Kraft? Und gleicherweise unseren Nächsten wie uns selbst (Mt 22,37-38)? Sollten wir nicht endlich unsere Liebe zu Gott dadurch beweisen, dass wir seine Gebote halten (1. Joh 5,3)? Sollten wir nicht die Welt nicht mehr lieb haben (1. Joh 2,15)? Sind wir es nun nicht schuldig auch einander zu lieben (1. Joh 4,11)?

Denke heute über diese besondere Liebe Gottes nach und frage dich stets, wie du diese nachahmen kannst, denn „daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Joh 13,35).