Andachten

Trost in schweren Zeiten

Es ist gut, dass man schweigend hofft auf die Rettung des Herrn. Klagelieder 3,26

Jeder von uns kennt schwere Zeiten. Wächst unser Glaube, wächst auch die Gnade, die Gott uns gibt, um Schweres zu ertragen. Deshalb kann „Schweres“ bei jedem etwas anderes bedeuten. Das Maß des Leidens und der Anfechtung, dass Gott uns zugedacht hat, ist auf uns zugeschnitten und nie mehr als wir ertragen können (1. Kor 10,13).

In diesem Vers will der Schreiber aber nicht auf unterschiedlich schweres Leiden hinaus, sondern auf eine gute und angemessene Reaktion auf Leid. Diese ist für alle Menschen gleich, auch wenn nicht alle das Gleiche erleiden müssen. Zunächst einmal sehen wir, dass es gut ist, auf den „Herrn zu hoffen“. Die Menschen in dieser Welt haben keinen Grund zu hoffen. Für sie gibt es nur die Sinnlosigkeit dieses Lebens, von der sie sich abzulenken versuchen. Vom Ende her wird alles drohend vom Tod überstrahlt. Wir aber haben eine lebendige Hoffnung in Christus. Wir werden auferstehen und ewig bei Christus leben und verwandelt werden in sein Bild. Bei einem Christen strahlt vom Ende her die Herrlichkeit Jesu in sein irdisches Leben herüber. Diese Hoffnung auf die letzte Rettung durch Jesus sollte uns auch im Leid nicht verloren gehen.

Zum anderen sehen wir, dass es „gut ist, schweigend zu hoffen“. Wiederum stehen Christen im krassen Gegensatz zu den Menschen dieser Welt. Wo Menschen leiden, beschweren sie sich. Sie suchen Verantwortliche, denen sie die Schuld für ihren Zustand geben können. Anders der Christ, der sich die Anweisungen seines Herrn zu Herzen nimmt: Es ist gut schweigend zu hoffen! Christen sollen sich nicht beklagen, sie sollen in einem stillen Herzen die Hoffnung bewahren und auf Gottes Rettung warten. Das ist gut für sie. Im stillen Leiden lernen wir Demut, da wir nicht aufbegehren und darauf bestehen, dass es uns besser ergehen müsste. Wir können unserem Herrn kaum ähnlicher sein, als dann, wenn wir in der Kraft Gottes durch Leiden gehen und still schweigen – wie er schwieg im größten Leiden, dass je ein Mensch erdulden musste.

Sollte uns das nicht Hoffnung geben? Wir wissen, dass Gott uns retten wird – häufig aus schweren Umständen – aber ganz sicher am Ende der Zeit. Im Leiden still zu schweigen und zu hoffen, verleiht einem Menschen eine übernatürliche Schönheit, weil stilles, hoffnungsvolles Leiden übernatürlich ist. Still auf Christus und seine Rettung zu hoffen, soll auch heute unser Schmuck sein. Gelingt uns dies in der Kraft Gottes, so ist niemand in dieser Welt schöner geschmückt als wir.

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