Andachten

Die Herrlichkeit des Christus (5): Christus erfüllt alles

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name »Der Heilige« ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke. Denn ich will nicht ewig rechten und nicht ohne Ende zornig sein; denn ihr Geist würde vor mir verschmachten und die Seelen, die ich gemacht habe. Über [Israels] sündhafte Habgier wurde ich zornig, und ich schlug es, verbarg mich und zürnte; da wandte es sich noch weiter ab auf seinen selbst erwählten Wegen. Seine Wege habe ich gesehen; dennoch will ich es heilen und es leiten und ihm und seinen Trauernden mit Tröstungen vergelten, indem ich Frucht der Lippen schaffe: Friede, Friede den Fernen und den Nahen, spricht der HERR; ja, ich will es heilen! (Jesaja 57,15-19)

Das Alte Testament und somit auch die Propheten haben einen ganz besonderen Zweck. Gott zeigt dadurch schattenhaft, wie die kommende Erlösung für sein Volk aussehen wird. Unfassbar viele Facetten und Perspektiven dieser Erlösung werden von den Propheten behandelt. Jeremia spricht über einen neuen Bund, den Gott mit den Menschen schließen wird (Jer 31,31), Hesekiel über ein neues Herz, das Gott ihnen geben will (Hes 36,26) und Jesaja über eine schnelle Heilung (Jes 58,8) – dies alles erfüllte sich durch Jesus Christus. Ich weiß nicht ob es jemand erahnen konnte oder gar wusste, dass Gott selbst Mensch werden würde, um uns verdorbenen, verlorenen Menschen Erlösung und Frieden zu bringen. Es gab nur diesen einen Weg, wie Gott selbst gerecht bleiben und zugleich den Sünder rechtfertigen konnte (Röm 3,26).

Christus ist es, der den Weg zurück zu Gott wieder frei gemacht hat (1. Pt 3,18). Christus ist es, in dem der „Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist,“ der bei dem wohnt, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist (Jes 57,15). Christus ist es, durch den Gott „nicht ewig rechten und nicht ohne Ende zornig sein“ muss (Jes 57,16). Durch ihn kann Gott sein Volk „heilen, leiten und trösten“ (Jes 57,18). Christus ist unser Friede mit Gott (Jes 57,19). Zu der Zeit, als Jesaja das prophezeite, waren diese Dinge nur die Hoffnung der Israeliten – aber durch Christus kommen sie auch zu uns, den Nationen.

Wir erkennen anhand dieses Textabschnittes vier herrliche Wesenszüge Christi:

  1. Er ist absolut heilig. Seine Heiligkeit wird auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass er der „Hohe und Erhabene“ genannt wird. Er ist so abgesondert, dass niemand so erhaben ist wie er. Er wohnt so hoch oben, dass ihn niemand erreichen kann. Stephen Charnock schrieb über die Heiligkeit Gottes: „Power is God’s hand or arm, omniscience His eye, mercy His bowels, eternity His duration, but holiness is His beauty.“ (vgl. 2. Chr 20,21)
  2. Er erniedrigt sich selbst. Er wohnt bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist. Wie herrlich ist das. Er der uns nicht nötig hat, der uns problemlos in unserem selbst verschuldeten Zustand hätte lassen können, nimmt sich uns hilfsbedürftigen, armseligen und kleinen Geschöpfen an und macht Wohnung bei uns (vgl. Joh 14,23).
  3. Er will Vergebung, Heilung und Trost geben. Wir waren alle einmal unter Gottes Zorn und die meisten Menschen sind es noch. Gott wäre völlig gerecht, hätte er diesen Zorn über uns losgelassen. Aber er liebt es, gnädig zu sein (vgl. Mi 7,18) und Menschen zu vergeben, die gegen ihn rebelliert haben. Wir waren auch unheilbar krank von der Sünde. Die Sünde gebiert den Tod (Jak 1,15). Doch Christus ist unser Arzt geworden und hat uns geheilt (vgl. Lk 5,31). Welchen Trost birgt das für uns! Er ist auch fähig und willig, unsere von der Sünde entstellte Wesensart, unseren Zorn, unsere Arroganz, unsere Lieblosigkeit, usw., zu heilen.
  4. Er ist friedfertig. Durch ihn haben wir Frieden mit dem Gott (Röm 5,1), dessen Feinde wir waren (Röm 8,7). Frieden gewinnt dann an Bedeutung, wenn man den Krieg erlebt hat. Und wir Menschen waren mit Gott im Krieg, jeder Einzelne von uns. Doch weil Christus friedfertig ist und unsere Rebellion gegen Gott beenden wollte, nahte er sich zu uns und machte Frieden, indem er selbst starb.

Diese Wesenszüge Christi sind der Grund, warum wir nun Gottes Kinder sind und in Christi Nachfolge stehen. Wir sollen als Gottes Kinder und Christi Nachfolger so werden, wie er ist. Gott selbst will uns umgestalten. Dazu müssen wir auf Christus schauen, denn der Mensch wird durch das geprägt und verändert, was er anschaut (vgl. 2. Kor 3,18). Lasst uns also über diese Eigenschaften Christi (Heiligkeit, Selbsterniedrigung, Bereitschaft zur Vergebung, Friedfertigkeit) nachsinnen und überlegen, wie wir sie im eigenen Leben umsetzen können. Wo siehst du Bereiche, Verhaltensmuster oder Situationen, in denen du Christus nicht gleichst. Bete dafür, dass Gott dich in diesen Punkten verändert.

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