Andachten

Die Frucht des Geistes (1/9) – Liebe

Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; ‭(‭Galater‬ ‭5,22‬)

Bevor wir beginnen uns mit der neunfachen Frucht des Heiligen Geistes zu beschäftigen, müssen wir eines verstehen: Diese Eigenschaften, welche die Frucht  des Geistes bilden, kommen einzig und allein aus der Kraft des Heiligen Geistes. Sie sind also etwas Übernatürliches. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass kein Mensch sich diese Eigenschaften antrainieren kann. Auch ein Christ, ein wiedergeborener Christ, kann das nicht! Diese Eigenschaften kommen einzig und allein durch den Heiligen Geist; er befähigt uns dazu, uns diese Eigenschaften immer mehr zu eigen zu machen.

Die Liebe

Wenn die Bibel von Liebe spricht, meint sie nicht immer dieselbe Liebe. Im Griechischen finden wir vier Worte von Liebe, welche das Verständnis vereinfachen und die die Bibel kennt.

I) agape (die bedingungslose Liebe)
II) eros (die erotische Liebe)
III) philea (die Bruderliebe)
IV) storge (die kindliche und elterliche Liebe)

Wenn Paulus hier an dieser Stelle von Liebe redet, dann meint er die Liebe der agape, also die bedingungslose Liebe. Diese kann der Mensch nicht aus sich selbst hervorbringen. Gott selbst, der die Liebe selbst ist, muss uns durch den Heiligen Geist dazu befähigen, diese Liebe ausüben zu können. Wie sieht diese bedingungslose Liebe aus?

Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. ‭(‭Römer‬ ‭5,8‬)

Dies ist ein Vers, der uns die Eigenschaft der Liebe Gottes offenbart und uns zeigt, worin sie sich auszeichnet. Gott gab seinen Sohn hin, damit er für Sünder stirbt. Ich möchte nun einen kläglichen Versuch starten, mit meiner sehr eingeschränkten Sicht auf Gott zu beschreiben, warum diese Liebe so gewaltig ist, die sich in dem Tod Jesu zeigt. Wir müssen verstehen, dass Gott seinen Sohn für Sünder gab. Lasst uns dazu schauen, was die Bibel über diese Sünder (zu denen wir uns vor unserer Wiedergeburt dazu zählen müssen) sagt.

Und Gott sah, dass des Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag. (‭‭1. Mose‬ ‭6,5‬) ‭

Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig sei; da ist keiner, der Gott suche. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tue, da ist auch nicht einer. ‭‭(Römer‬ ‭3,10-12‬)

Sowohl im Neuen als auch im Alten Testament zieht Gott Bilanz über die Menschen, die Sünder. Im Alten Testament muss Gott feststellen, dass es niemanden auf der Erde gibt, dessen Trachten und Denken nicht böse war. Im Neuen Testament sehen wir, dass es keinen Mensch gibt, der überhaupt nach Gott suchen würde. Es gibt niemanden, der aus Gottes Sicht etwas Gutes tut!

Lasst uns mit diesem Wissen nochmals zurückkommen zu Römer 5,8. Jetzt verstehen wir vielleicht ein bisschen besser, was für eine Liebe Gottes das war, die ihn dazu bewegte, seinen Sohn für Sünder zu geben. Denn Gott gab seinen Sohn, obwohl die ganze Menschheit verdorben war. Er gab seinen Sohn, obwohl kein Mensch von sich aus auf die Idee gekommen wäre, nach Gott zu suchen. Aber dennoch gibt Gott seinen Sohn! Gott zerschlägt seinen Sohn am Kreuz auf Golgatha an unserer statt. Obwohl dieser sündlos war, gefiel es Gott das zu tun (Jesaja 53,10). Und das alles nur, damit wir wieder die Möglichkeit haben, mit Gott zu leben. Was sagt dieser unbegreifliche Liebesbeweis Gottes nun praktisch über die bedingungslose Liebe aus?

1) Die Liebe ist unparteiisch –> Gott verwehrt keiner Menschengruppe das Heil!
– Wo machen wir Unterschiede in der Liebe zu anderen Menschen?

2) Die Liebe ist bedingungslos –> Gott gab seinen Sohn, ohne dass wir ihm etwas dafür gegeben haben oder etwas geben könnten.
– Wo erwarten wir noch etwas zurück, wenn wir einem anderen etwas geben?

3) Die Liebe ist aufopfernd –> Jesus gab sein Leben!
– Was sind wir bereit, anderen zu geben?

4) Die Liebe kümmert sich mehr um die Not anderer, als um die eigene Not –> Jesus nahm unsagbare Qualen auf sich, damit wir es gut haben!
– Wo stellen wir unsere Bedürfnisse vor die Bedürfnisse von anderen?

Ich denke, wir merken sehr schnell, wenn wir uns die bedingungslose Liebe Gottes anschauen, dass wir diese von uns heraus nie praktizieren können. Daher ist mein Gebet, dass der heilige Geist uns immer mehr dazu befähigt, dass diese Liebe immer mehr zu unserer Eigenschaft wird und andere Menschen, um uns herum dadurch auch Veränderung erfahren dürfen.

 

 

 

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