Andachten

Merkmale eines gesunden Christen: Ausdauer (2/10)

Wir danken Gott allezeit für euch alle, indem wir euch erwähnen in unseren Gebeten und unablässig vor unserem Gott und Vater an euer Werk des Glaubens gedenken und die Bemühung der Liebe und das Ausharren in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus; (1. Thes 1,2-3)

Wer von uns hat diese Erfahrung noch nie gemacht: Man befindet sich in einem Dauerlauf, sei es im Sportunterricht oder beim Joggen für sich – und plötzlich lässt die Kondition nach! Man kann nicht mehr, die Puste ist weg und man freut sich nur noch aufs Ziel bzw. die Dusche danach!

Im Glaubensleben befinden wir uns auch in solch einem Dauerlauf. Die Thessalonicher wussten allzu genau, wovon Paulus ihnen schrieb und konnten mit dem Begriff „Ausdauer“ auch etwas anfangen. Paulus lobt die Thessalonicher für ihre Konstanz und ihr Durchhaltevermögen. Ganz konkret bezog sich diese Ausdauer auf die „Hoffnung in ihrem Herrn Jesus Christus.“

Das Durchhaltevermögen bestätigte die Hoffnung, welche die Thessalonicher hatten. Sie ließen sich nicht schnell in ihrer Überzeugung erschüttern und von den damals modernen und angesagten Philosophen beeindrucken. Ihr Engagement galt unerschütterlich dem Dienst für ihren Herrn Jesus Christus, für Seine Gemeinde und die Menschen darin. Wörtlich gebraucht Paulus einen Begriff, welchen man bei Hunden verwendete, wenn man ihre Hartnäckigkeit beim Biss in einen Stock beschreiben wollte. Was für ein Prädikat!

Gegenwärtig leben wir in einer äußerst schnelllebigen Gesellschaft. Man probiert etwas aus, ist relativ unverbindlich, denn „es könnte mich ja etwas besseres erwarten“ oder „ich könnte etwas cooleres verpassen“. Leider kennt man diese Konstanz heutzutage nicht mehr so wie früher. Eine Ehe ist deutlich schneller geschieden, die Kündigung ist viel zackiger auf dem Tisch und eine Verabredung oder Termin viel lockerer gecancelt oder verschoben. Es scheint nicht mehr modern zu sein, Ausdauer und verbissene Konstanz an den Tag zu legen. Ganz anders die Thessalonicher. Sie waren keine Strohfeuer, welche kurz aufleuchteten und schnell wieder verblassten. Sie hielten durch, sie dienten auch wenn sie selber nichts davon hatten und sie waren beständig darin!

Wo ertappst du dich, dass du allzu schnell die Flinte ins Korn wirfst und aus mangelnder Ausdauer aufgibst? Ein Merkmal eines gesunden Christen ist, nicht wie ein Glühwürmchen nur kurz zu leuchten, sondern durch Konstanz auch wenns ungemütlich im Dienst wird, zu glänzen!

Vielleicht ist es wieder mal die eine Person aus der Gemeinde, die dich beansprucht oder es ist wieder viel Zeit für eine Vorbereitung, die dir abverlangt wird – gesunde Christen zeichnen sich durch ihr Durchhaltevermögen aus, besonders dann, wenn man selbst vordergründig nichts davon hat. Auch wenn die Arbeit für den Herrn mal weniger Freude bereitet, so ist sie dennoch von Ihm als gegeben zu betrachten und in Treue durchzuführen. Solch treue Ausdauer kennzeichnen im Besonderen die Diener Gottes, welche sich unter den Dienst und deren Berufung stellen!

Die Thessalonicher konnten dies tun, weil ihre lebendige Hoffnung der Herr Jesus war. Er lebte selber eine dreijährige Konstanz hier auf Erden vor, voller Enttäuschungen, herber Tiefschläge, Ängste und Versuchungen – und dennoch hatte Er stets den Dienst und die Bestimmungen Seines Vaters vor Augen!

Welch ein Vorbild die junge Gemeinde der Thessalonicher und vor allem der Herr Jesus Christus uns darstellt!