Andachten

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Paulus (Teil 2/2)

„Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten; ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne […] .“ (Philipper 3,7.8)

Vor einer Woche sahen wir, was für ein hartes Urteil Paulus über sein altes Leben fällen musste, nämlich dass es keinen Wert hatte, ja dass es ihm sogar Schaden brachte. Heute werden wir sehen, was Paulus dazu brachte, so eine Aussage zu machen.

Das neue Leben – Jesus Christus

Es lag schon einige Jahre zurück, als Paulus auf dem Weg nach Damaskus war, um noch mehr Christen gefangen zu nehmen und nach Jerusalem zu führen, als ihm Gott auf seinem Weg entgegentrat. Eben war Paulus noch der festen Meinung, dass alles was er bisher getan hatte, dem Willen Gottes entsprach und dass er auf jeden Fall vor Gott bestehen könnte, sollte er einmal sterben und dann von ihm gerichtet werden. Doch auf einmal steht der auferstandene Herr Jesus Christus ihm gegenüber und in diesem Moment wird es dem Paulus klar: Sein ganzes Leben war vergeblich gelebt, alles was er bisher getan und geglaubt hatte war umsonst und all die Dinge, von denen er sich eine gewisse Sicherheit im Bezug auf Gottes Gericht erhoffte, würden ihm am Ende nichts bringen.
Das Leben des Paulus, in das er so viel Zeit, Energie und Ehrgeiz gesteckt hatte, verblasst angesichts der Herrlichkeit Jesu. Diese Begegnung war es, die dem Paulus so deutlich den Gegensatz zwischen einem Leben ohne Jesus und einem Leben mit ihm aufzeigte. Er kann gar nicht anders, als sein altes Leben als Dreck und sein neues Leben als Gewinn zu bezeichnen. Und warum? Weil er jetzt Christus hat und er sein Gewinn geworden ist.

Erinnern wir uns noch an den Moment unserer Bekehrung, als unser Herz in uns brannte, angesteckt von der „Ersten Liebe“ für unseren Herrn? Haben wir noch vor Augen, wie wir fleißig in der Bibel forschten, weil wir mehr über diesen wunderbaren Gott erfahren wollten, wie er ist, was er für uns getan hat und auch heute noch tut? Für Paulus war diese Haltung keine Momentaufnahme, kein hell aufflammendes Strohfeuer, sondern sie bestimmte sein ganzes Leben. Er schreibt diese Verse nicht in der Vergangenheitsform sondern in der Gegenwart und zeigt uns dadurch, dass diese Haltung für jeden Christen ein Wesensmerkmal sein sollte.

Was sind in unserem Leben Dinge, an denen wir noch festhalten, die wir nicht bereit sind loszulassen? Können wir wie Paulus sagen, dass wir alles eingebüßt haben, weil wir Christus gewinnen wollen oder hängen wir noch an Gewohnheiten des alten Lebens, denen wir einen höheren Stellenwert zumessen, als Gott? Bitten wir Gott um Hilfe, dass wir lernen ihn als unseren einzigen Gewinn zu betrachten, indem wir vergessen was hinter uns liegt und uns nach dem ausstrecken, was vor uns liegt.