Andachten

Die Herrlichkeit des Christus (6): Sie ist sichtbar

Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Denn der Mund des HERRN hat geredet. (Jesaja 40,5)

Vor etwa 2700 Jahren schrieb ein gottesfürchtiger Mann diese Worte, die eine besondere Hoffnung ausstrahlen. Nachdem dieser Mann, der Prophet Jesaja, die kommenden Leiden Judas im babylonnischen Exil prophezeite, begann er, das Kommen der großen Hoffnung für die ganze Menschheit darzulegen. Das zukünftige Ereignis, von dem er sprach, ist das Kommen Jesu Christi, die Menschwerdung Gottes. Jesaja beschreibt dieses Ereignis in wunderbaren Worten: Die “Herrlichkeit des Herrn”, die sich “offenbart”, sichtbar für die ganze Menschheit.

In meinem Leben ist es leider so, dass ich die Person Jesus Christus oft “nur” mit dem Namen verbinde, in dem ich das Heil haben darf. Jesus Christus ist mein Herr und Retter, und dafür bin ich ihm auch dankbar, aber vielmehr berührt mich Jesus oft gar nicht. Vielleicht fallen mir noch einige theologische Wahrheiten ein, sowie die Ämter Christi (Prophet, Hohepriester, König, …) oder sein Alleinigkeitsanspruch auf Rettung, aber ich sehe ihn nicht als den, dessen Herrlichkeit sich offenbart hat.

Die Person Christus ist nicht nur Mittelpunkt unseres Glaubenslebens, sie sollte uns Christen wieder und wieder zum Staunen bringen. Sein herrliches Wesen soll uns erfreuen und das Objekt unserer höchsten Bewunderung und Wertschätzung sein. Doch dahin kommen wir nicht durch eigene Anstrengung. Es bedarf der göttlichen Gnade, uns mehr von Christi Herrlichkeit zu offenbaren. Doch es muss auch unser Anliegen sein, diese immer tiefer erkennen zu wollen. Es gibt viele Dinge, die uns zum staunen bringen, die unsere Aufmerksamkeit stark in Anspruch nehmen. Auch Gottes wunderbare Schöpfung kann das bewirken. Einen klaren Sternenhimmel zu betrachten oder eine weite Aussicht von einer Bergspitze, bringt uns dazu, für einige Minuten innezuhalten und einfach nur zu genießen. Wieviel mehr sollte uns der begeistern, der die Natur und das ganze Universum geschaffen hat, der sich aber als allmächtiger Schöpfer zu einem seiner Geschöpfe erniedrigte und für deren Sünde starb, der, dessen Herrlichkeit die Schrift so oft und so nachdrücklich verkündigt.

Die Bibel ist das Hauptmittel Gottes, uns geistliche Erkenntnis zu offenbaren. Christus ist es, von dem die Schriften, gemeint ist das Alte Testament, zeugen. Aber auch Paulus wollte nichts anderes unter seinen Zuhörern in Korinth wissen, als Christus und ihn als gekreuzigt (1. Kor 2,2). Wenn wir also erkennen, dass uns das Bewusstsein für die Herrlichkeit Christi gänzlich oder teilweise fehlt, und das ist das Ziel dieser Andacht, sollte es uns in die Bibel treiben. Suchen wir in der Bibel nach Christus und seinem herrlichen Wesen und werden wir so von innen heraus verändert.