Andachten

Den alten Menschen abgelegt …

„[…] dass ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Epheser 4,22-24)

Paulus beschreibt hier den Vorgang der Bekehrung oder Wiedergeburt, als einen abgeschlossenen Prozess, indem er ein Bild aus dem Alltag verwendet, dass jedem von uns sehr geläufig ist, nämlich das Ablegen von alter Kleidung gefolgt vom Anziehen der neuen. Doch wäre es nun falsch daraus zu schließen, dass man selber etwas zur Bekehrung hinzufügen könnte, da Paulus davon spricht, dass wir den neuen Menschen angezogen haben, weil dieser neue Mensch ja von Gott geschaffen wurde. Das neue Leben ist uns von Gott geschenkt worden und doch macht uns Paulus deutlich, dass dieses, von Gott geschenkte neue Leben jeden Christen in die Pflicht nimmt.

Das erste, was Paulus in diesem Abschnitt nennt, ist eine Aufforderung an die Epheser, dass sie nicht mehr so wandeln sollen, wie die Heiden es tun (Vers 17). Was für ein Leben die Heiden führen, zeigt Paulus zwei Verse später auf, indem er ihren Lebenswandel wie folgt beschreibt: … sie (die Heiden) die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier. (Vers 19) Das heißt, dass diese Menschen, die Paulus hier anspricht, kein funktionsfähiges Gewissen haben, das sie anklagt, wenn sie sündigen. Es macht ihnen nichts mehr aus, weil es entweder auch alle anderen Menschen tun oder man sich schon so sehr daran gewöhnt hat, dass es normal geworden ist. Auch unsere Gesellschaft gerät längst nicht mehr in Aufruhr, wenn bekannt wird, dass jährlich etwa 100.000 Kinder im Mutterleib getötet werden.
Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass sich diese Menschen der Ausschweifung hingegeben haben. Doch nicht nur in der Stadt Ephesus, in der unter anderem ein Tempel für die Göttin Diana stand, in dem Prostitution und praktizierte Homosexualität gang und gäbe war, findet sich diese Ausschweifung. Jeden Tag werden wir mit diesen Themen in den Medien konfrontiert und es wir als völlig normal dargestellt, wenn man z.B. schon Sex vor der Ehe hatte, in einer offenen Lebensgemeinschaft unverbindlich zusammen lebt oder Homosexualität praktiziert, was doch alles klar von der Bibel als Sünde gekennzeichnet und verurteilt wird. Man könnte noch weitere Dinge aufzählen, wie z.B. das Thema Okkultismus, das ebenfalls in Ephesus weit verbreitet war oder allgemein das Thema der Gier oder Habsucht, das in jedem Herzen eines Menschen tief verwurzelt ist.
Alle diese Aspekte, die Paulus hier auflistet haben eins gemeinsam, nämlich dass sie alle unseren fleischlichen Begierden entspringen. Und so kann Paulus schreiben, dass auch unser Leben früher davon geprägt war, dass auch wir uns unseren Begierden hingegeben haben, die uns eine vermeintliche Hilfe anboten und von denen wir uns Erfüllung im Leben versprachen, die uns aber letztendlich zugrunde richteten.

Doch wie schön ist es, wenn wir nun sehen, dass dieser Lebenswandel der Vergangenheit angehört. Wenn wir die Wiedergeburt erlebt, sprich den alten Menschen abgelegt und den neuen Menschen angezogen haben, der von Gerechtigkeit und Heiligkeit bestimmt ist, sind wir keine Sklaven der Sünde mehr, da Jesus Christus uns frei gemacht hat. Ja, es stimmt, dass wir als Christen nicht perfekt sind, doch sollte es unser höchster Wunsch sein, dass wir in dem Geist unserer Gesinnung Stück für Stück erneuert werden, damit wir immer mehr so denken und leben, wie es Gott wohlgefällig ist.