Andachten

Die Herrlichkeit des Christus (7): Die Schöpfung weist darauf hin

​Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen. (Kolosser 1,16)

In dieser Andachtsreihe habe ich mir nicht von vornherein eine feste Struktur überlegt um die Lehre von der Herrlichkeit Christi zu erarbeiten, aber das war aber auch nicht nötig – sie strahlt in fast jedem Buch der Bibel hervor, sie findet bei vielen Autoren der Bibel einen wichtigen Platz. Man muss in der Bibel nicht lange suchen und man stößt auf Hinweise auf Christi Herrlichkeit, seien es prophetische oder beschreibende Hinweise. Im Kolosserbrief findet sich viel gewichtiger Inhalt über die Person Christi und ich möchte heute den obigen Vers näher betrachten und aufzeigen, wie wir darin einen herrlichen Christus erkennen können.

Das erste Wort des Verses ist die Konjunktion „denn“. Es deutet an, dass die folgende Aussage das zurückliegende begründet: Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes und steht über der ganzen Schöpfung. Diese Wahrheit ist zentral. Christus repräsentiert Gott den Vater nicht nur, er ist das exakte Ebenbild. Wer ihn sieht, sieht den Vater (vgl. Joh 12,45). Und das ist so, weil alle Dinge durch ihn und für ihn geschaffen sind. Er ist nicht nur der Mittelpunkt unseres Glaubenslebens, wie in den letzten Teilen der Andachtsreihe bereits erörtert wurde, sondern auch der ganzen Schöpfung, des ganzen Universums und des ganzen Seins.

Die Wahrheiten, die wir in diesem Vers 16 finden, sind ungemein wichtig für unser Verständnis der Person Christi und darüberhinaus auch für unser praktisches Lebens. Zunächst müssen wir es mit dem Verstand und mit dem Herzen erfassen, dass es tatsächlich wahr ist, was dort steht. Alle Dinge, ausnahmslos alle, sind durch ihn geschaffen und für ihn. Er ist das Ziel, auf das alle Schöpfung hin geschaffen ist. Reflektiere das heute einmal, wenn du durch den Alltag gehst und deine Umgebung beobachtest – die Natur, die Bäume und Blumen, der Himmel, die Tiere, die Menschen, die freundlichen wie die lieblosen, die Staatsgewalt, die Musik und die Kunst. Überlege, auf welche Weise das alles das Ziel erfüllt, Christus zu verherrlichen. Ihm gebührt alle Ehre und sonst niemanden (Jes 42,8). Kein Mensch kann sich etwas auf eigene Fähigkeiten oder eigene Weisheit einbilden, denn all das ist von Gott geschenkt und auf ihn gerichtet.

Auch du bist durch Christus und auf Christus hin geschaffen. Das gibt dir einen unglaublichen tiefen, unerschöpflichen Lebenssinn und lässt dir bewusst werden, dass dein Leben dir nicht selbst gehört. Das soll dich zum einen zur Demut bringen. Alles was dir geschieht, alles was dich ausmacht, dein Charakter und deine Begabungen – alles hat Christi Herrlichkeit zum Ziel. Außerdem birgt es einen gewaltigen Trost, weil du wissen kannst, dass sich nichts diesem Oberziel entziehen kann. Selbst wenn es nicht danach aussieht, Christus bekommt durch alles und von jedem die Ehre, entweder durch eine liebevolle und freudige Beziehung zu ihm oder um seine Macht, Gerechtigkeit, Heiligkeit und seinen Zorn zu demonstrieren (vgl. Röm 9,22). Und zuletzt soll uns diese Wahrheit dazu bringen, Christus zu loben. Er hat alles wunderbar gemacht, er zeigt seine Weisheit in der Schöpfung und er lässt uns in seiner Welt leben, um seine Schöpfung zu bestaunen. Wie herrlich ist unser Herr und Erlöser unser Fels.